Echte Gesichter - Echte Geschichten

Auf Sylt leben auch Menschen? Na klar. Mitunter von weither angereist oder fest verankert seit mehreren Generationen. Klischees gibt es viele, Sylt mag einige davon bedienen. Allerdings sind die Insulanerinnen und Insulaner, ob ganz neu oder per Geburtsrecht, besondere Persönlichkeiten mit individuellen Lebensläufen und Geschichten. Ein paar dieser Gesichter unserer Insel stellen wir euch liebend gern vor. Mitten aus dem Leben, während ihres Jobs, ganz ehrlich.

© Roman Matejov

René Liska (33)

Sous Chef im Restaurant Alter Gasthof List

Für den gebürtigen Gießener war es nach der Bundeswehrzeit und einer abgeschlossenen Ausbildung als Maler und Lackierer Zeit für einen Tapetenwechsel. Seine Cousine, die bereits auf Sylt lebte und arbeitete, machte ihm die Insel während eines Telefonats so schmackhaft, dass er sich kurze Zeit später auf in den hohen Norden machte. Nach einigen Nächten auf ihrem Sofa und Gesprächen mit Sylter Betrieben bekam er einen Ausbildungsplatz zum Koch. Bis er eine passende WG fand, zeltete René bei Schietwetter auf dem Morsumer Campingplatz. Eine nordische Sturmprobe durch und durch. Doch weder intensive Saisons noch Sylter Wetter konnten ihn abschrecken. Er absolvierte seine Ausbildung erfolgreich, sammelte in verschiedenen Sylter Restaurants Erfahrung, zwischendrin machte er eine Syltpause in der Wintersaison. Über seinen ehemaligen Chef bekam er einen tollen Job in Österreich, genoss dort mal Berg- und Arbeitsklima und lernte Snowboarden. Von Lech ging es dann wieder zurück nach Sylt, in die Heimat.  "Egal von wo ich komme, ich bin immer wieder froh, wenn ich wieder nach Sylt fahre, an der Wanderdüne vorbei Richtung Norden. Das ist für mich Heimatgefühl", so René, der sich mittlerweile mit Fleiß und Sympathie bis zum Sous Chef im Restaurant Alter Gasthof in List hochgearbeitet hat. Was er sonst so macht, wenn er nicht am heißen Herd steht?" Ähnlich wie die nordische Art habe das Wasser lieben gelernt und gehe so oft es geht Kitesurfen." Für seine Zukunft kann sich René vieles vorstellen. Seine Arbeitgeber haben Zweigstellen in Spanien oder auch Schottland. Die Möglichkeit auch andere Betriebe kennenzulernen ist für ihn durchaus reizvoll. Doch im Augenblick genießt René das Sylter Inselleben gemeinsam mit seiner Freundin voll und ganz.

Stella Benck (22)

Bürokauffrau-Azubine bei Paradise Sylt

Die gebürtige Sylterin macht derzeit eine Ausbildung zur Bürokauffrau im Lister Modegeschäft „Paradise Sylt“. Dass Stella Benck tatkräftig in das eigene Familienunternehmen einsteigen würde, war der jungen Insulanerin zunächst alles andere als klar. Sie bewarb sich erst für eine Ausbildung in einem Sylter Fitnessstudio und schaute sich in der Wartezeit Unis und weitere Hochschulen an. Dann folgte die Rückmeldung und Zusage zum Ausbildungsplatz. Nach einem Jahr jedoch entschied sie sich um für einen Wechsel in den Betrieb ihrer Familie. Ein mutiger Schritt, von dessen Vorstellung sie zu Beginn nicht wirklich begeistert war. „Ich war mir unsicher, ob es die richtige Entscheidung sein würde, doch mittlerweile macht es großen Spaß zusammen mit meinen Geschwistern und meiner Mutter zu arbeiten.“ Gemeinsame Mittagspausen gehören genauso zu ihrem Arbeitsalltag, wie wichtige Geschäftsgespräche über die Buchhaltung, die neuste Ware oder die Social Media Betreuung. Auch wenn die Saison mitunter sehr stressig und auf der Insel viel los ist, liebt Stella es nach der Arbeit zum Strand zu fahren und dort den Feierabend mit den Freunden und ihren Hunden Luna, Viva und Pinsel zu genießen. Ihr gefällt die vertraute Atmosphäre, die man auf der Insel verspürt, doch „ein wenig mehr Anonymität wäre manchmal vielleicht auch nicht schlecht.“ Die Freiheit nach dem Job nochmal schnell aufs Meer zu schauen oder den Sonnenuntergang an ihrem Lieblingsort, dem Ellenbogen, zu schauen, dafür schätzt sie das Leben auf Sylt.

© Roman Matejov
© Roman Matejov

Tobias Meyer (28)

Dualer Student an der Buhne 16

Wenn man an die Buhne 16denkt, kommen einem womöglich von Freikörperkultur über Strandbistro bis Longboardfestival verschiedene Schlagwörter und Geschichten in den Sinn. Dass man dort allerdings auch ein duales Studium absolvieren kann, das wissen sicherlich die wenigsten. Dafür hat tatsächlich der Kieler Tobias Meyer gesorgt. Der begann zunächst in Göttingen ein Sportstudium, cancelte dieses allerdings zeitnah und ging erstmal als Sportanimateur nach Portugal, bis es ihn im Juni 2015 nach Kampen an die Buhne 16 zog. Dort besuchte er eigentlich nur einen Studienfreund, jedoch verknallte sich Tobi so sehr in diesen magischen Ort am Sylter Strand, dass aus einem kurzen Moin sagen eine ganze Saison wurde. „Ich war schon am ersten Abend hin und weg. Vom Team, der besonderen Gemeinschaft und der freundschaftlichen Atmosphäre, die dort eben herrscht und kaum in Worte zu fassen ist.“ Dass Tobias nach etwas Recherchearbeit mit der Staatlichen Studienakademie Riesa eine Hochschule fand, die mit dem Sylter Betrieb kooperieren wollte, war dann wohl mehr als glückliche Fügung. Dort begann Tobias im Oktober 2016 also sein duales Studium mit den Schwerpunkten Event und Gastronomie. Drei Monate Sylt, drei Monate Riesa, plus jede Menge harte Arbeit, selbstständiges Büffeln und Eigeninitiative; so lauteten der Rhythmus und die Anforderungen. Mittlerweile ist zwar der Bachelor in der Tasche, doch für das Nordlicht kein Grund der Buhne 16 nach sechs Saisons Tschüss zu sagen. „Ich ziehe jetzt nach Hamburg für einen neuen Job, werde jedoch weiterhin so oft es geht aushelfen. So geht es vielen der ehemaligen Aushilfen. Einmal Buhne, immer Buhne.“

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