© SMG/Holger Widera

Sylter Küstenschutz

Der Kampf um Land und Sand ist für Sylt eine Überlebensfrage.

Kennen Sie Tetrapoden? Das sind die vierarmigen Wellenbrecher aus Beton, mit denen in den 1960er-Jahren Landabbrüche an der Sylter Westküste verhindert werden sollten. Auch Buhnen, die lang ins Meer ragenden Pfahlreihen, dienten diesem Zweck – nur, dass beide Methoden am Ende dann doch nicht dienlich waren. Aber wozu eigentlich die ganze Mühe? Nun, die Nordsee prallt mit enormer Kraft auf die Insel – nur wenige Stellen an der deutschen Nordseeküste sind der Gewalt des Meeres so ausgesetzt wie die Sylter Westküste. Da fehlen nach einem Wintersturm schon mal 100.000 Kubikmeter Sand. Wenn man das nun hochrechnet…. ja ist denn Sylt noch zu retten?

Ja – denn ein seltsam anmutendes Tauschprogramm schafft, was auch die größten festungsartigen Anlagen nicht vollbrachten: Die Küstenlinie der Insel weitestgehend erhalten. Sandaufspülung heißt das Zauberwort, hinter dem weniger Zauber als harte Arbeit steckt. Die Methode ist teuer. Und ein ewiges Tauziehen. Andere Versuche gab es viele, nichts hat sich bisher bewährt. Solange wird weiter Sand hin und her getauscht. Falls Sie also noch ein Konzept in der Schublade haben…

© Lynn Scotti

Stiftung Küstenschutz Sylt

Sylt häppchenweise vom Meer abtragen lassen? Nun, es gibt durchaus Befürworter dieser Methode. Dass die nicht auf Sylt leben oder ihre Freizeit verbringen ist ein anderes Thema. Diejenigen, denen die Insel am Herzen liegt, haben im September 2007 die Stiftung Küstenschutz Sylt unter der Schirmherrschaft des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen gegründet, um für die Belange des Inselschutzes zu kämpfen.

Die Stiftung sammelt das Kapital, um Sylter Küstenschutz-Maßnahmen wirkungsvoll unterstützen zu können. Ziel ist auch die Förderung und Begleitung innovativer Entwicklungen zum Küstenschutz und die Aufklärung über laufende und geplante Maßnahmen – damit die Insel auch langfristig Schutzraum ist für alle, die sie lieben.

Sandaufspülungen

Für eine sichere Küste

Falls Sie Ihren Sommerurlaub auf Sylt schon gebucht haben und sich auf den weiten Sandstrand freuen, dann haben Sie bereits Vertrauen bewiesen in das sandige Tauschprogramm, das dem sommerlichen Badevergnügen vorangeht: Jedes Jahr nach der winterlichen Sturmflutsaison wird rund eine Million Kubikmeter Sand vom Meeresboden vor der Sylter Küste an den Weststrand gepumpt. Zurückgepumpt, müsste man sagen, denn in den Monaten zuvor hatte die Nordsee diesen Sand durch Wellenkraft abgetragen und per Strömung ins Meer getragen. Ein stürmisches Wochenende schafft es schon mal, ganze 100.000 Kubikmeter Sand ins Meer zu spülen. Es ist also ein irgendwie skurriles Hin und Her, doch es funktioniert: Seit 1972 kann so ein weiterer Küstenrückgang an Dünen und Kliff verhindert werden.

© Kristina Dolezych
© Eva Biedenkapp

Syltschützer Ticket

Wenn Sie mit dem DB Autozug über den Hindenburgdamm rollen, haben Sie schon im Blick, wofür Sie sich engagieren – jedenfalls, sofern Sie bei Fahrkartenkauf das Syltschützer-Ticket gewählt haben. Dann zahlen Sie für die Überfahrt einfach einen Euro mehr als den normalen Fahrpreis. Und dieser Euro geht direkt an die Stiftung Küstenschutz Sylt, die damit für den Erhalt der Insel kämpft. Das Syltschützer-Ticket erhalten Sie in Niebüll am Automaten und am Check-In. In Westerland können Sie das Ticket am Check-In erwerben, zusätzlich ist der Kauf über das Internet möglich. Grundlage ist das reguläre Hin- und Rückfahr-Ticket oder das DiMiDo-Ticket. So einfach und direkt kann Naturschutz sein: Ihre Hilfe kommt ohne Umwege genau dort an, wo sie gebraucht wird. Die Insel dankt es Ihnen.

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