© Julia Lund

Sylter Tierwelt

Ob im Wasser, zu Land oder in der Luft... Sylt hat einiges zu bieten

© Adler-Schiffe/Holger Widera

Seehunde und Kegelrobben

An Land scheinen ihre Füße mehr Hindernis als Hilfe zu sein, aber im Wasser sind sie von pfeilschneller Anmut. Trotzdem ist es schön, dass sie sich gern auf Sandbänken sonnen. Wären sie nicht so sonnenhungrige Gesellen, bekämen wir sie kaum zu Gesicht – Seehunde sind schnell wie Fische, jedenfalls unter Wasser. An Land sind sie eher Müßiggänger und lassen sich gar nicht davon stören, beobachtet zu werden – vielleicht, weil sie aus ihren großen dunklen Kulleraugen eher kurzsichtig in die Welt blicken. So sollten Sie bei Ihrem Syltbesuch eine Fahrt mit einem der Ausflugsschiffe einplanen, die regelmäßig zu den Seehundsbänken auslaufen – in freier Wildbahn gibt es nicht mehr viele Orte, an denen eine intakte Kegelrobbenkolonie eine Heimat hat. Hier vor Sylt kommt im Winter sogar der Nachwuchs zur Welt. Dass der Naturschutz oberste Priorität hat, gilt natürlich auch hier: Alle Ausflugsfahrten mit den Adler-Schiffen zu den Seehundbänken finden in enger Abstimmung mit dem Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer statt.

Schweinswale

Dass die Wellen vor Sylt ein phantastisches Baderevier sind, ist auch bei den ganz großen Säugern kein Geheimnis. So sind Schweinswal-Familien hier vielgesehene Gäste. Nein, es gibt definitiv keine Haie vor Sylt, auch wenn bei ruhiger See hin und wieder eine Rückenflosse aus dem Wasser ragt. Die gehört einem Schweinswal. Die Tiere, die mit bis maximal zwei Meter Körpergröße durch die Fluten gleiten, haben in der Nordsee ein Badeparadies gefunden. 1999 wurde rund um Sylt und die übrigen nordfriesischen Inseln das erste Walschutzgebiet Europas ausgerufen. Ein Jagdrevier ist es trotzdem – hier finden die Schweinswale nämlich ihr Futter. Kleine Fische und Krebstiere stehen auf ihrem Speiseplan. Ganz nah an die Sylter Westküste trauen sich die imposanten Meeresriesen immer wieder heran, rund 6000 von ihnen haben vor Sylt ihre Heimat, verbringen hier die ersten Monate ihres Lebens an der Seite ihrer Mütter.

© Mike Kuschereitz
© Tiphaine Bourgeteau

Vögel

Sie sammeln auf Sylt neue Kräfte, tanken Energie auf. Manche bleiben nur kurz, andere verbringen hier den ganzen Sommer. Sylt ist ein Paradies für Zugvögel und Ornithologen. Basstölpel und Sterntaucher, Säbelschnäbler und Austernfischer – allesamt Vogelarten, die sich auf Sylt im artenreichsten Seevogelschutzgebiet der deutschen Küste tummeln. Sie rasten, brüten oder leben dauerhaft in einem der Biotope der Insel. Das Rantumbecken zum Beispiel bietet riesigen Zugvogelschwärmen aus Osteuropa und Nordasien ideale Rastbedingungen. Mit der offenen Nordsee im Westen und dem Wattenmeer zur Ostseite finden die gefiederten Inselgäste es ebenso paradiesisch hier wie alle anderen Urlauber auch. Über 330 verschiedene Arten geben sich auf Sylt ein Stelldichein, rund 100 Arten bauen hier dem Nachwuchs ein Nest. Die ganze Vielfalt der gefiederten Sylt-Gäste findet sich übrigens fotografisch festgehalten auf der Seite vogelfotografie-sylt.de!

Schafe

Wenn irgendjemand von der Insel nun gar nicht wegzudenken ist, dann sind das die weißen Wollknäuel, die mit viel Geblöke die Deiche befestigen. Falls Sie in Schafen vorwiegend wandelnde Wollproduzenten gesehen haben, werden Sie auf Sylt um einige schafsmäßige Facetten bereichert. Hier sind die blökenden Vierbeiner nicht nur dekorative Inselverschönerung, sondern fleißige Mitarbeiter im Insel- und Naturschutz. Schafe sorgen für die Erhaltung der Deiche, indem sie mit ihren Hufen die Böschungen festtrampeln. Darum sollten Sie beim Autofahren vor allem im Norden der Insel stets Vorsicht walten lassen. Die wolligen Wiederkäuer haben hier Vortritt. Und glauben Sie’s: Die wissen das irgendwie…

© SMG/Michael Reidinger

Die Small Five – Klein, aber oho!

Die kleinen Stars des Weltnaturerbe Wattenmeers.

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    Herzmuschel im Watt © Lynn Scotti

    Herzmuschel

    Die häufigste Muschel an der Nordseeküste, die eine wichtige Nahrungsquelle für die Wattenmeer-Bewohner ist. Die seitliche Form ihrer Schalen verrät, woher sie ihren Namen hat.

  • 2
     
    Wattschnecke © Schutzstation Wattenmeer/Rainer Borcherding

    Wattschnecke

    Hier muss man genau hinschauen! Die Wattschnecke ist nur 3 bis 6 mm groß und kann auf einem Quadratmeter 10.000 Mal vorkommen.

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    Wattwurm auf dem Wattboden © Lynn Scotti

    Wattwurm

    Der wohl bekannteste Wattbewohner ist für die mysteriösen Spaghettihäufchen auf dem Wattboden verantwortlich. Alle Wattwürmer zusammen graben jedes Jahr die obersten 20 cm des Wattenmeers um.

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    Strandkrabbe © LKN.SH/Martin Stock

    Strandkrabbe

    Die Strandkrabben fressen jährlich ca. 10% der Biomasse im Wattenmeer auf. Dafür sind sie auch selbst beliebtes Futter für Vögel und Fische. Wenn der Vogel nur ein Bein oder eine Schere erwischt, wächst die übrigens einfach nach.

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    Nordseegarnele © Schutzstation Wattenmeer/Rainer Borcherding

    Nordseegarnele

    Die Nordseegarnele kennen die meisten vom Krabbenbrötchen. Erst durchs Abkochen erhält sie die typsiche rosa Farbe. In der Natur ist sie durchsichtig und kann sich dem Untergrund anpassen.

Die Big Five – Größe zählt!

  • 1
     
    Schweinswal © Schutzstation Wattenmeer/R. Borcherding

    Schweinswal

    Mit 1,50 m Länge und etwa 50 kg Gewicht ist der Schweinswal einer der kleinsten Wale der Welt. Bei ruhiger See können Sie mit Glück einen Schweinswal im Walschutzgebiet vor Sylt entdecken.

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    Kegelrobbe © Schutzstation Wattenmeer/Rainer Borcherding

    Kegelrobbe

    Die Kegelrobbe ist mit bis zu 330 kg und 2,30m Länge das größte Raubtier Deutschlands. Ihr Name ist in ihrer kegelförmigen Kopfform begründet. Die Jungtiere können zwischen November und Januar beobachtet werden.

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    Seehund © LKN.SH/Martin Stock

    Seehund

    Der Seehund ist kleiner als die Kegelrobbe und hat eine kürzere Schnauze. Die Jungtiere werden im Mai und Juni geboren und können gut bei einer Schifffahrt zu den Seehundsbänken beobachtet werden. Sollten Sie einen mutterlosen Heuler am Strand finden, halten Sie bitte Abstand und rufen Sie die lokalen Schutzstationen an.

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    Europäischer Stör © Schutzstation Wattenmeer/Rainer Borcherding

    Europäischer Stör

    Der europäische Stör ist in der Nordsee leider ausgerottet. Das letzte Exemplar wurde 1968 in der Eider gefangen. Seit 2008 läuft ein Wiedereinbürgerungsprogramm im Einzugsbereich der Elbe. Im Multimar Wattforum in Tönning ist er zu sehen.

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    Seeadler © Schutzstation Wattenmeer/Rainer Borcherding

    Seeadler

    Jeder kennt den Seeadler als deutschen Wappenvogel. Der mächtige Greifvogel brütet erst seit wenigen Jahren wieder an der Nordseeküste. Hier nutzt er vorwiegend Gänse, Möwen und andere Vögel als Nahrungsquelle.

Die Flying Five – Gewimmel am Himmel

Diese Vögel können Sie auf Sylt beobachten.

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    Alpenstrandläufer © Schutzstation Wattenmeer/Rainer Borcherding

    Alpenstrandläufer

    Die Alpenstrandläufer machen auf dem Weg zwischen Brut- und Überwinterungsgebiet Halt im Wattenmeer. Sie treten in riesigen Schwärmen auf, die mal dunkel (Rücken) und mal hell (Unterseite) erscheinen.

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    Austernfischer © Schutzstation Wattenmeer/Rainer Borcherding

    Austernfischer

    Der Charaktervogel des Wattenmeers ist ganzjährig im Wattenmeer zu sehen. Ganz leicht zu erkennen am roten langen Schnabel, mit dem er Würmer, Muscheln, Krebse und Schnecken ist. Allerdings ungern Austern.

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    Möwen am Hafen © SMG/Felix Horstmann

    Silbermöwe

    Möwe ist nicht gleich Möwe! Im Wattenmeer sind fünf Möwenarten zu beobachten. Die bekannteste ist die Silbermöwe mit dem silbernen Gefieder und dem gelben Schnabel. Im Wattenmeer frisst die Möwe am liebsten Krabben und Muscheln, am Strand dagegen auch gerne mal ein Crêpe oder Fischbrötchen.

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    Brandgans © Schutzstation Wattenmeer/R. Borcherding

    Brandgans

    Die Brandgans hat eines der auffälligsten Erscheinungsbilder im Wattenmeer mit ihrem knallroten Schnabel und hübschen Gefieder. Sie brüten am liebsten in Höhlen (z.B. vom Fuchs oder Kaninchen).

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    Ringelgans © LKN.SH/Martin Stock

    Ringelgans

    Wenn Sie „Rott Rott Rott“ im Frühjahr und Herbst im Wattenmeer hören, dann sind das die Ringelgänse auf dem Weg zwischen ihren Brut- und Winterquartieren. Dabei sind sie absolut auf das Wattenmeer und seine Salzwiesen als Lebensraum angewiesen.

Whalewatcher-Trail Sylt

Wenn die Enten Trauer tragen drehen die Beobachter der Meeresschweine am Rad.

Wussten Sie, dass es seit 1999 ein Walschutzgebiet direkt vor Sylt gibt? Es ist das erste Europas und erstreckt sich die ganze Westküste lang, bis runter nach Amrum. Damit die heimischen Meeressäuger eine Chance haben, ihre im 20. Jahrhundert um schätzungsweise 90 Prozent (!) zurückgegangene Population aufrecht zu erhalten. Was nämlich auch viele nicht wissen: Die Nordsee vor Sylt ist die Kinderstube der Schweinswale, nirgendwo sonst in deutschen Gewässern leben ganzjährig so viele von ihnen. Kein Wunder: Die Schutzzone gewährt ihnen Ruhe – zum Gebären der Jungen und ihrer Aufzucht. Immerhin wird so ein Walkalb acht bis zehn Monate gesäugt. Blöderweise sind wir Menschen dann ihr größter Feind: Stellnetze, Schiffsverkehr, Errichtung von Windkraftanlagen... Sogar Jet-Ski-Fahren macht ihrem empfindlichen Gehör zu schaffen.

© Lynn Scotti
Was ist der Whalewatch-Trail Sylt?

Gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) haben verschiedene Insel-Institutionen nun den Weg für mehr Wissen geebnet. Wobei – geebnet haben die nicht, eher gebaut: Zwölf interaktive Tafeln und Stelen zum Thema Wale und Robben, Klima- und Küstenschutz und rund um weitere Meeresbewohner sind entlang der Sylter Westküste entstanden, an Strandübergängen und Panoramaplätzen. Und damit das kein Lesemarathon, sondern eine Entdeckungsreise ist, sind kleine Infoeinheiten über Drehräder zu finden. Mitraten und Schätzen erwünscht.

Was gibt es beim Whalewatch-Trail Sylt zu entdecken?

Der Sylter Autor und Biologe Lothar Koch ist glücklich, das lang geplante Projekt nun in Holz, Metall und Farbe vor sich zu sehen. Es war ja auch kein leichtes Unterfangen, sturmtaugliche und salzwasserresistente Infotafeln mit beweglichen Elementen zu erstellen. Aber nun kann jeder ganz leicht und spielerisch an die Infos rund um die Walbevölkerung (und ja, durchaus auch Wahlbevölkerung) vor der Insel gelangen. Am besten, so empfiehlt es Koch, als Radtour. Ein oder zwei Tage ergeben eine tolle Tour mit vielen neuen Eindrücken – wer mehr weiß, kann mehr sehen. Nicht jede Rückenflosse ist ein Hai. Und wer dann beim ausgedehnten Whale Watching schwarze Konturen erkennt, muss auch nicht automatisch einen Wal vor den Augen oder dem Fernglas haben – auch die Trauerenten haben entdeckt, dass so ein Schutzgebiet echte Vorteile bietet – und kommen zu Tausenden zum Überwintern in die Nordsee vor Sylt. Wer eigentlich in der Tundra zu Hause ist, findet es im Winter hier halt richtig kuschlig… und so sind die schwarzgefiederten Freunde auch nicht wirklich traurig – der Name spielt einfach auf ihr Federkleid an.

Wie kam der Schweinswal zu seinem seltsamen Namen?

Der alte Aristoteles hat vor rund 2500 Jahren beim Sezieren des schweinegroßen „Fisches“ festgestellt, dass der ja eben auch innen gar nicht wie ein Fisch sondern eher wie ein Schwein aussieht. Und hat ihn Phokaina genannt – Meeresschwein.

Wir wünschen entdeckungsreiche Touren von Tafel zu Tafel. Und wegen der Strandnähe: Badesachen nicht vergessen.

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