© SMG/Holger Widera

Küstenschutz Fakten

Bei jeder Sturmflut ist eindrucksvoll zu erleben, wie die Gewalten von Wind und Meer an den Küsten der Insel nagen.

Herbststurm in Kampen
© Jutta Vielberg

Der Schutz unserer Küsten ist im Rahmen des Landeswassergesetz und den General-Küstenschutzplan und den jeweiligen Fachplänen klar strukturiert worden. Aus den Plänen ergibt sich auch die Zuständigkeiten zur Durchführung der jeweiligen Küstenschutz Maßnahme. Hier zu bieten sich die Internetseiten der Landesregierung an: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/LKN/lkn_node.html

Im folgenden sind hier einige, heute noch genutzte Küstenschutz Methoden beschrieben:

Sandaufspülungen

Sandvorspülung
© Vera Müller

Seit dem Jahr 1992 wird an der Sylter Westküste regelmäßig Sand aufgespült. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich diese Schutzmaßnahme erfolgreich bewährt. Nach erfolgter Ausschreibung durch den Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz führt das Unternehmen Rohde-Nielsen aus Kopenhagen für vier Jahre die Aufspülungen durch. Dazu saugt man mit dem Baggerschiff „Thor R“ aus der Entnahmestelle den Sand als Sand-Wasser-Gemisch (3:7) aus dem Meeresuntergrund und pumpt das Gemach in den Schiffsbauch. Das Meereswasser läuft über die Reling wieder ins Meer und das beladene Schiff fährt an den Sylter Strand. An dem jeweiligen Aufspülbereich wird das Schiff mit der Dükerleitung verbunden, dem Sand wird wieder Wasser beigemengt und das Spülgut wird über die Dükerleitung an den Strand gepumpt. Dort läuft das Wasser des Spülgutes wieder ins Meer und der Sand bleibt liegen. Mit Planierraupen werden die Sandmengen an die gewünschten Stellen geschoben. Ungünstige Wetterlagen können die geplanten Arbeiten verzögern, da ab der Windstärke 6 aus Sicherheitsgründen der Spülbetrieb eingestellt werden muss. Das Baggerschiff hat eine Ladekapaziät von 2.500 Kubikmeter. Das Schiff muss etwa 330 x hin und her fahren bis der Auftrag erfüllt ist. Um diese Aufgabe in der ruhigen Witterungslage schaffen zu können, fährt man darum in der Regel rund um die Uhr.

Halmpflanzungen

Dünengras am Lister Oststrand
© Lynn Scotti

Die Pflanzung von Strandhafer wird seit vielen Jahrhunderten in den Dünen vorgenommen. Anfänglich wurde dieses zu landwirtschaftlichen Zwecken betrieben. Als man feststellt dass diese Pflanzen auch den Dünensand binden könnten, nutzte man die Pflanze auch um den Sandflug zu bremsen. Der Strandhafer kann seine Wurzeln sehr lang ausstrecken. Damit die Pflanze an feuchte Sandschichten gelangt, können die Pflanzen mehr als sechs Meter lang werden. Somit kann selbst ein stürmischer Wind die Pflanzen nicht entwurzeln. Mit dieser Erkenntnis, benutzt man die Pflanze seit gut drei Jahrhunderten um Dünengebiete festzulegen. Heute werden Halmpflanzungen besonders nach erfolgten Sandaufspülungen vorgenommen, damit der frisch aufgespülte Sand nicht vom Wind weggetragen wird.

Sandfangzäune

Weststrand in Wenningstedt
© SMG/F. Horstmann

Ebenso alt wie die Halmpflanzungen, ist das Setzen von Sandfangzäunen. Der Sandpflug, also der bei Sturm aufgeblasene Sand, hat die Sylt oft zu schaffen gemacht. Dadurch wurden Häuser versandet, ganze Dörfer übergeht. Die Erkenntnis, dass vorhandene Sträucher den Sandflug bremsen können, wurde genutzt um an geeigneten Stellen Sandfangzäune zusetzten. Es wurden Reisigbündel in den Sand gesteckt und zu Zäunen ausgerichtet. Bei günstiger Windlage kann so ein Zaun dazu beitragen, dass der aufgeblasenen Sand am Zaun liegen bleibt. Halmpflanzungen und Sandfangzäune werden auch als „biodynamischer Küstenschutz bezeichnet.

Deiche

Deich in Archsum
© SMG/Dominik Täuber

Seit vielen hundert haben die Menschen an der Küste versucht mit der Errichtung von Wällen sich vor Überflutungen zu schützen. Anfangs waren es einfache Sandwälle. Später wurden diese Wälle mit schwerem Boden abgedeckt und mit Grassoden bedeckt. Mit dieser Bauweise entstanden die Deiche. Die heutigen Deiche werden heute nach dem gleichen Prinzip errichtet. Sie sind nur höher und stabiler geworden. Die Stabilität wurde auch durch flache Steigung des Deiches erreicht. Das hatte aber zur Folge, dass Deiche bis zu 100 m breit wurden.

Deckwerke & Lahnungen

Küstenschutz am Lister Ellenbogen
© Lynn Scotti

Deckwerke

An Abschnitten an denen kein breiter Deich errichtet werden kann, nutzt man festes Material um ein Deckwerk zu errichten. Nach der Anhäufung von Sandwällen wird der Sand mit Basaltsteinen, Schüttsteinen, Asphalt oder ähnlichem abgedeckt. Diese Deckwerke können sehr stabil sein. Es muss sorgsam beachtet werden, dass an den Enden des Deckbelages keine Aushöhlungen entstehen.

Lahnungen

Die Errichtung von Lahnungen wurde bei dem Versuch der Landgewinnung entwickelt. Ähnlich wie bei Sandfangzaun wurde in den Wattenmeerboden eine zweireihige Pfahlreihe gerammt. Die Zwischenräume wurden mit Reisigbündel voll gestopft. Das nach Ebbe auflaufende Wasser trug viele Sedimente mit sich. Diese setzen sich bei Ebbe ab und so bildete sich nach einer Zeit guten Marschboden. Die Methode der Landgewinnung wird in unserer Region wird heute kaum noch betrieben.

Klima

Die Veränderung des Klimas hat enorme Auswirkungen auf die Insel und Halligwelt in Nordfriesland.

Es ist uns natürlich deutlich, dass diese Veränderungen sich weltweit auswirken und die Insel Sylt nur ein kleiner Teil davon ist. Es ist bisher nicht so sehr beachtet worden, wie eine Insel, umspült vom Wattenmeer und der brandneuen Nordsee, von der langsamen aber stetigen Veränderung des Klimas betroffen sein wird. Die Stiftung möchte auf die Merkmale der Veränderungen hinweisen und dazu beitragen Ansätze zu entwickeln, wie in dem in einigen Jahrzehnten veränderten Lebensraum der Insel Sylt gelebt werden kann.

Dabei sollte eines sehr deutlich ausgesprochen werden:
Eine deutliche Veränderung des Klimas werden wir nicht mehr verhindern können!

Der wichtigste Beitrag ist es, die Natur bzw. die Klimaentwicklung anzunehmen und die weitere Entwicklung sorgsam zu beobachten und nicht zu blockieren. Die Wahrnehmung realer Fakten und die Aneignung eines sachlich gesicherten Wissens, ist dabei die wichtigste Grundlage um die Bezüge der Veränderung nachvollziehen zu können. Die Entwicklung einer Untergangsstimmung ist zur Zeit unangebracht.

Hinweise und Merkmale
  • Temperaturanstieg
  • Erhöhung des Meeresspiegels
  • Häufiger Starkregen und Gewitter
  • Sturmfluten werden öfter kommen, aber nicht so lange an dauern
  • Waldbrände, Selbstentzündung oder Brandstiftung
Beiträge zum Schonen des Umfeldes
  • Die Beschädigungen unserer Umwelt sind auch bei uns sichtbar, man hat die Erscheinung dieser Schänden jedoch kaum beachtet.
  • Eine echte Schonung der Umwelt kann nur entstehen, wenn jeder Mensch in unserem Lebensraum die notwendige Schonung auch selbst anwenden will.
  • Überlegtes Nutzen von Verkehrsmitteln
  • Sparsame Verwendung von Trinkwasser, ggf. Verwendung von Regentonnen
Sorgfältige Abfallentsorgung
  • Schon beim Einkauf die anfallende Entsorgung von Abfällen bedenken.
  • Sorgsames Sortieren des Abfalls. Dazu sollten die Hinweise des Entsorgungsunternehmens beachtet werden.
Energieverbrauch
  • Bei der Notwendigkeiten der Wärmeerzeugung sollte der Energieverbrauch beachtet werden.
  • Natürlich ist es auch geboten über die Mittel zur Wärmeerzeugung nachzudenken.
  • Bei dem bewussten Einsatz von nachhaltigen Mitteln scheint derzeit die Elektrizität, oder
  • Fernwärme am vernünftigsten zu sein. Das sollte jeder eigenständig überprüfen.
Aushalten von Sturmfluten
  • Wenn er Wind an Stärke zunimmt und die Wellen das Meer an das Ufer drückt, dann nennen wir das Sturmflut. In früheren Jahren dauerte eine Sturmflut oft 2-3 Tage, heute erleben wir so ein Ereignis mit unter in wenigen Stunden.
  • Natürlich können die Wellen gefährlich stark sein, somit sollte man bei starkem Wind mit großer Vorsicht an den Strand gehen. Das ist man als Bewohner der Küste eigentlich gewohnt, man wird aber öfter darauf achten müssen, dass es zu Sturmfluten kommen kann. Auch im Sommer!
Umgehen mit dem Anstieg des Meeresspiegels
  • Der Wasserstand steigt. In unserem Lebensraum kann man das sehen, wenn nach dem Niedrigwasser (Ebbe) das Wasser wieder aufläuft (Flut).
  • Die reale Höhe des Wasserstandes kann man am Besten an Messpfählen ablesen.
  • Die Erhöhung des Meeresspiegels ist durch den Vergleich mit älteren Messdaten möglich.
  • An der Küsten kann man aber auch die Erhöhung erkennen, wenn flach liegende Wiesen immer öfter unter Wasser stehen. Die Wassermassen sind zu stark als, dass man diese zurückdrängen kann.
  • Mit der Errichtung von Deichen kann man das Land vor Überflutung schützen. Die ersten Deiche vor mehr als 300 Jahren waren etwa 3 m hoch. Heute werden die Deiche bis 9,00 m hoch gebaut. Geht es noch höher? Technisch gesehen, ja! In Schleswig-Holstein hat sich der zuständige Landesbetrieb auf ein Sichheitspolster, auf die Deiche, von 0,50 cm eingestellt. Man wird diskutieren müssen, welche Entscheidungen man treffen muss, wenn ein solches Polster nicht reicht.
  • Bei den Dünen an der Westküste der Insel ist die Einbringen eines Sicherheitspolsters kaum möglich! Bei einem Anstieg des Meeresspiegels von 1,00 m werden wir in unserer Region neu nachdenken müssen.
Weitere Informationen

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