Nach der ersten Klappi-Genusstour, die über Westerland, Keitum, Munkmarsch bis nach Wenningstedt-Braderup führte, geht es diesmal gen Inselsüden. Mein Vintage-Klapprad aus den 70ern und ich starten in Rantum und radeln bis nach Hörnum, natürlich nicht ohne den einen oder anderen kulinarischen Zwischenstopp. Meine Strategie für heute: lieber mehrere kleine Gänge als eine große Mahlzeit und einfach treiben lassen. So entsteht unterwegs mein ganz eigenes Menü. Das Wetter spielt mit. Leicht bewölkt, kaum Wind, sogar die Sonne zeigt sich immer mal wieder. Ziemlich perfekte Bedingungen, wenn man ohne elektrischen Antrieb und nur mit eigener Muskelkraft unterwegs ist.
Startschuss mit Cappuccino
Los geht es um 11 Uhr am Rantumer Hafen. Ganz hinten, bei der Kaffeerösterei, wird hier seit zehn Jahren wöchentlich frisch geröstet und für mich gibt es zum Start erst einmal einen (koffeinfreien) Cappuccino. Je nach Wetter kann man wunderbar draußen sitzen oder es sich drinnen gemütlich machen. Praktisch für die Tourenplanung: Geöffnet ist täglich. Ich mag diesen Standort etwas ab vom Schuss sehr. Nebenan kannst du bei Hafen 9 auf Schatzsuche gehen. Hier erwarten dich Kunst, handgefertigte Wimpel und Second Hand Mode.
Für mich reicht in diesem Moment noch der Kaffee. Wer schon hungrig startet, findet hier aber auch selbstgemachte Florentiner, Torten und Kuchen. Eine wunderbare Ergänzung zur Kaffeerösterei ist seit diesem Sommer auch das Café do Brasil in der Sylt Quelle. Hier bekommst du unter anderem brasilianische Spezialitäten, auch Kaffee aus der Siebträgermaschine und kannst durch den Concept Store Coco & James stöbern. Witzig, dass uns beide Betriebe schon bei der ersten Klappi-Genusstour begegneten, letztes Jahr noch in Braderup, nun sind sie gemeinsam nach Rantum in die Sylt Quelle gezogen. Hier kannst du die gesamte Geschichte dazu lesen.
Bevor es richtig Richtung Süden geht, drehe ich eine kleine Runde zum Rantumbecken, fahre oben auf den Deich und genieße den Blick über den Hafen. Die Boote liegen entspannt im Wasser und warten auf ihren nächsten Törn, ein paar Spaziergänger sind mit ihren Hunden unterwegs. Nach den stürmischen und immer wieder nassen vergangenen Tagen fühlt sich das Wetter heute wie ein großes Geschenk an. Den Regenponcho habe ich, neben einer Trinkflasche, trotzdem dabei. Auf Sylt weiß man schließlich nie. Und sollte unterwegs doch ein größerer Schauer kommen, eignen sich die reetgedeckten Bushaltestellen erstaunlich gut als spontaner Unterstand. Wer irgendwann überhaupt keine Lust mehr aufs Strampeln hat, kann außerdem auf den Bus umsteigen. Mein Klappi dürfte umsonst mitfahren, aber grundsätzlich empfehle ich dir für die Fahrradmitnahme am besten vorher noch einmal die aktuellen Bedingungen der Sylter Verkehrsgesellschaft zu checken. Laut Website ist auch das Deutschlandticket in allen SVG-Bussen uneingeschränkt nutzbar.