Ausstellung „Sylt on Ice“ von Christopher Lehmpfuhl
20. Juni bis 20. September im Sylt Museum
Christopher Lehmpfuhl ist Plein-Air-Maler im extremen Sinne. Seine Kunst entsteht nicht im geschützten, warmen Atelier, sondern in der direkten, körperlichen Auseinandersetzung mit den Elementen der Natur. Ohne Vorzeichnung tritt er Wind und Wetter entgegen. Das Besondere: Lehmpfuhl nutzt weder Pinsel noch Spachtel. Er trägt die reine Ölfarbe mit den bloßen Händen auf die Leinwand auf, schichtet, drückt und modelliert sie. Jede Geste, von der großen Bewegung bis zum feinen Abdruck, ist der unmittelbare Ausdruck einer flüchtigen Naturbeobachtung. Dabei gerät auch das ein oder andere Sandkorn unzensiert in die Struktur des Bildes.
Im Februar 2026 brach der Landschaftsmaler Christopher Lehmpfuhl zu einem besonderen Experiment auf. Sein Ziel: die Insel Sylt im tiefsten Winter auf der Leinwand festzuhalten. Denn die Insel war von einer dicken Schneedecke eingehüllt, die Strände und die Küstenlinie seeseits von einem beständigen Eispanzer bedeckt. Zwar reizten Lehmpfuhl schon in der Vergangenheit die stürmischen, wolkenverhangenen Facetten der sommerlichen Nordsee – doch eine Reise in die eisige Kälte des Februars war auch für ihn eine absolute Premiere.
Lehmpfuhl trifft auf eine vertraute Landschaft, die sich jedoch gründlich verwandelt hat und die seiner Malerei zu monumentalen und kraftvollen Winterbildern verhilft. Da Lehmpfuhl seine Werke in wenigen Stunden unter freiem Himmel vollendet, flossen nicht nur Wind und Kälte, sondern auch echte Eiskristalle und die zähe Konsistenz der gefrierenden Ölfarbe direkt in die Gemälde ein.
Die Eröffnung der Ausstellung findet am 19. Juni 2026 um 15 Uhr im Sylt Museum statt.