© Anette Müller

Zu Kampens ersten Sommerfrischlern gehörten Schauspieler, Künstler und andere Kreative. Freigeister aller Art fanden hier immer schon ihr Urlaubsglück. Einige blieben, andere kamen immer wieder. Die Mischung aus Boheme und Natur machte das Dorf jedenfalls anziehend für das Großbürgertum, für Unternehmer und seit den 60er-Jahren auch für die Hautevolee. Kampens Kunstpfad und ein grandioses Spektrum unterschiedlicher Galerien verneigt sich tief vor dem künstlerischen Anteil der Kampener Dorfgeschichte. Sechs Galerien mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten ermöglichen Locals und Gästen zudem eine intensive Auseinandersetzung mit Kunst der klassischen Moderne und der Jetzt-Zeit. Die Werkhallen bieten seit 2026 auch ein „Artists in Residence“-Programm für die unmittelbare Begegnung mit Kunstschaffenden. Kleiner Tipp: Ein Schietwedder-Tag wird mit einem Rundgang von Galerie zu Galerie zu einem Horizont weitenden Erlebnis! 

Was mit einem Flug über das Wattenmeer begann, wurde zu einer fotografischen Reise um die Welt. Prof. Dr. Jürgen Wettke sucht Landschaften, in denen Farben, Formen und Licht auf besondere Weise zusammenwirken – seltene Perspektiven, die die Vielfalt und Verletzlichkeit unserer Natur sichtbar machen.

Aus der Luft offenbart die Natur eine Schönheit, die vom Boden aus oft verborgen bleibt: Wattflächen werden zu abstrakten Kompositionen, Wüsten zu grafischen Strukturen, Küsten, Eislandschaften und Flussläufe zu Bildern aus Licht, Farbe und Bewegung.

Der Vortrag und die sich anschließende Ausstellung im Kaamp-Hüs vom 31.August – 30.September 2026 zeigt beeindruckende Luftaufnahmen aus verschiedenen Ländern der Welt. Die gezeigten Arbeiten führen unter anderem nach Dänemark,Island, Namibia, Kenia, Alaska und Patagonien und laden dazu ein, bekannte und unbekannte Landschaften neu zu entdecken.

Seine Fotografien machen sichtbar, wie Wind, Wasser, Sand und Zeit Landschaften immer wieder neu formen – und welche einzigartige Ästhetik in natürlichen Strukturen liegt.

Der Reinerlös der Spenden für den Vortrag und aus der Erlös aus dem Verkauf der Bilder gehen an die Kinderkrebsstiftung Sylt zur Finanzierung ihrer Projekte.

Aus Respekt vor den auf Sylt ansässigen Fotografen werden keine Sylt-Motive verkauft.

Jürgen Wettke
© Joerg Bradel
Was mit einem Flug über das Wattenmeer begann, wurde zu einer fotografischen Reise um die Welt.
Jürgen Wettke

Manchmal genügt ein einziger Augenblick: ein Lichtstreifen auf dem Wasser, Nebel, der die Konturen verschwimmen lässt, oder eine Spur im Sand, die schon bald von der nächsten Welle fortgespült wird. Oliver Marco Pohl sucht diese flüchtigen Momente nicht – er findet sie.

Unter dem Titel „Kathedralen des Lichts“ zeigt das Kaamp-Hüs rund 25 Arbeiten des gebürtigen Berliners, der seit Jahrzehnten auf Sylt lebt. Pohl bezeichnet seine Werke als Pictografien: Bilder, in denen Fotografie, Malerei und Poesie miteinander verschmelzen und die jeweils ihre eigene Geschichte erzählen.

Wasser, Sand, Wolken, Nebel und vor allem das Licht werden in seinen Arbeiten zu eigenständigen Akteuren. Eine Pricke erscheint wie ein Pilgerstab, ein Stein wird zum Seismografen und eine Spur im Sand zur Erinnerung an eine vergangene Bewegung. Das Meer zeichnet, das Licht verwandelt und der Wind verwischt. So bewegen sich Pohls Bilder zwischen Landschaft und Abstraktion – vertraut und zugleich entrückt.

Inszeniert ist dabei nur wenig. Mit seiner Leica hält der Künstler das vorhandene Licht, die Bewegung des Wassers und jene seltenen Augenblicke fest, in denen sich eine vertraute Landschaft für wenige Sekunden in etwas vollkommen Neues verwandelt. Seine Pictografien erzählen daher nicht nur vom Meer, sondern auch von Wahrnehmung, Erinnerung und Vergänglichkeit – und von der Möglichkeit, im Sichtbaren etwas zu entdecken, das sich nicht unmittelbar erklären lässt.

Bevor die Fotografie zu seiner künstlerischen Sprache wurde, galt Pohls Leidenschaft dem geschriebenen Wort. Er kommt ursprünglich aus der Lyrik, veröffentlichte Novellen und ist der Sprache bis heute eng verbunden. Dieser Hintergrund prägt auch den poetischen und erzählerischen Charakter seiner Bilder.

Vernissage: Am Sonntag, den 8. November 2026, um 15 Uhr wird die Ausstellung im Kaamp-Hüs eröffnet. Besucherinnen und Besucher haben dabei Gelegenheit, die Pictografien erstmals im Raum zu erleben und mit Oliver Marco Pohl über seine Arbeiten und die Geschichten hinter den Bildern ins Gespräch zu kommen.

Oliver Marco Pohl
Oliver Marco Pohl
„Am Meer brauche ich nur Wind, Wasser, Weite und Zeit. Dort finde ich jene flüchtigen Augenblicke, in denen das Licht aus einer vertrauten Landschaft etwas vollkommen Neues entstehen lässt.“
Oliver Marco Pohl

Fritz Schneider präsentiert Leinwand & Lyrik im legendären Künstler-Café Kupferkanne.

Am 18.07.2026 um 16 Uhr begrüßt Fritz Schneider persönlich in der Kupferkanne und nimmt dich mit auf eine abenteuerliche Reise durch die malerischen Täler und die lyrischen Gipfel der Insel. Die Band Südwind begleitet ihn mit einer steifen Brise Jazz und die Kampener Baristas zaubern für dich espresso'nistische Latte Art auf selbst geröstete Kaffee Kreationen. Dazu gibt's de süßen Spezialitäten des Hauses.

Exklusive Tischkarten gibt es auf https://www.fritzschneider.org/shop oder direkt in der Kupferkanne.

Kampener Klapholttal
© Tourismus-Service Kampen

Seit 2008 ist in Kampen ein Kunst- und Kulturpfad entstanden, mit dem Kampen Künstler und Kunstschaffende ehren möchte, die sich Kampen verbunden fühlten. Denn sie prägten das Dorf und machten es zu dem, was es heute ist. Kampens facettenreiche Landschaft zwischen Strand und Watt, Dünen und Heide lädt rund ums Jahr zu erholsamen Spaziergängen ein, die dir neue Kräfte für den Alltag schenken. 

Mehr noch: In und um Kampen kannst du auch auf den Spuren der Vergangenheit wandeln. Eine Vergangenheit, die klangvolle Namen bekannter Künstler, Schriftsteller, Verleger und Personen des öffentlichen Lebens beinhaltet, die sich auf Sylt im allgemeinen und in Kampen im Besonderen inspirieren ließen.

Die Kampener Kunstpfadstelle von Otto Eglau
© TSK
Die Kunst ist kein Lückenbüßer, sie ist eine Notwendigkeit.
Siegward Sprotte
Die Kampener Kunstpfadstelle von Friedrich Hollaender
© TSK

Ihre schöpferische Arbeit in Kampen, aber auch die Schilderung ihrer Eindrücke Kampens in der Öffentlichkeit verliehen unserem Dorf eine besondere Magie und Ausstrahlung, die der Besucher bis heute verspürt und die noch immer Menschen zu eigener Kreativität anregt.

Damit diese Persönlichkeiten für uns alle und unsere Nachfahren nicht in Vergessenheit geraten, haben wir uns entschlossen, den „Kampener Kunstpfad“ zu kreieren und stetig auszubauen.

Bei einem Spaziergang durch unseren idyllischen Ort kannst du in deinem eigenen Rhythmus den Spuren bedeutender Menschen folgen und dabei ganz nebenbei so manches lauschiges Plätzchen entdecken. Der Kunst- und Kulturpfad, das sind beschriftete Bronzeguss-Platten auf Metallständern, die an markanten Stellen im Dorf aufgestellt wurden. Informationen hierzu bekommst du im Kaamp-Hüs.

  • Detailseite 'Kampener Kunst- und Kulturpfad - Spaziergang Wattseite' öffnen
    Kampener Kunst- und Kulturpfad - Spaziergang Wattseite
    6,05 km
    9 m
    1:27 h
    8 m
    Stadtrundgang · mittel
    Hauptstraße 12, 25999 Kampen
  • Detailseite 'Kampener Kunst- und Kulturpfad - Spaziergang Westküste' öffnen
    Kampener Kunst- und Kulturpfad - Spaziergang Westküste
    6,27 km
    9 m
    1:28 h
    Stadtrundgang · mittel
    Hauptstraße 12, 25999 Kampen

© Finn Anjes

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