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Goldafter

(Euproctis chrysorrhoea)

Der Goldafter

Erkennen und richtig verhalten

Der Goldafter ist ein in Mitteleuropa heimischer Schmetterling, der in einzelnen Jahren regional verstärkt an der Nord- und Ostseeküste auftritt. Seine Raupen besitzen feine Brennhaare, die gesundheitliche Beschwerden auslösen können. Auf dieser Seite erfährst du, wie du den Goldafter erkennst, welche Gefahren bestehen und wie du richtig reagierst.

Goldafter-Raupe auf pinker Heckenrosenblüte
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  • Der Goldafter (Euproctis chrysorrhoea) ist ein heimischer Nachtfalter, der den Großteil des Jahres als Raupe auf seiner Wirtspflanze lebt.

So erkennst du den Goldafter

Der Goldafter ist ein heimischer Schmetterling, der den Großteil des Jahres als Raupe auf der Wirtspflanze zu finden ist. Die Raupen schlüpfen im August aus den Eiern und beginnen kurz darauf, ein Gespinst für die Überwinterung zu bauen. Den Winter über bleiben sie in diesen Wintergespinsten, in denen sie geschützt ruhen. Ab April verlassen die Raupen ihre Gespinste, fressen weiter und entwickeln sich bis zur Verpuppung im Juni. Im Juli schlüpfen die Falter, paaren sich und legen erneut Eier. Damit beginnt der Kreislauf von Neuem.

Auf welchen Pflanzen ist der Goldafter heimisch?

Der Goldafter siedelt sich an unterschiedlichen Pflanzenarten an. Auf Sylt sind die Raupen häufig auf der Kartoffelrose (Rosa rugosa) zu finden. Darüber hinaus wurde er auch auf Weißdorn, Weiden, Felsenbirne, Schwedischer Mehlbeere und Brombeeren gesichtet. 

Auch Gartenpflanzen wie Rosengewächse, Obstgehölze und Eichen können befallen werden.

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  • Die Kartoffelrose (Rosa rugosa) ist ein häufiger Ort für die Gespinste des Goldafters.

Was sind die Wintergespinste?

Von Herbst bis ins Frühjahr sind die Wintergespinste des Goldafters in Sträuchern deutlich sichtbar. Es handelt sich um dicht versponnene Blätter und Zweige, in denen die Raupen gemeinsam überwintern.

Du hast ein solches Gespinst entdeckt? Hier erfährst du, was jetzt wichtig ist.
 

  • Die Bilder zeigen die Raupen im Wintergespinst Anfang Dezember und die Eier des Goldafters.

Vorsicht Verwechslungsgefahr!

Auch andere Raupen bilden Gepinste. Die Gespinstmotte bildet vom Frühjahr bis Sommer schleierartige Gespinste an Sträuchern und Bäumen. Ihre Raupen sind kleiner (bis ca. 3 cm), heller gefärbt, teils schwarz-grau gezeichnet und unbehaart.

Von der Gespinstmotte geht keine gesundheitliche Gefahr aus.

Was tun bei Befall?

Entdeckst du den Goldafter oder seine Gespinste auf deinem Grundstück, hast du je nach Jahreszeit verschiedene Möglichkeiten zu handeln. 
Bei Unsicherheit solltest du dich an eine Fachfirma oder die zuständige Behörde wenden.

Wintermonate

Von November bis März:

In dieser Zeit können die Gespinste des Goldafters eigenständig entfernt werden. Dabei muss folgendes beachtet werden:

  • Gespinste vorsichtig im Ganzen abschneiden: Nicht beschädigen aufgrund der Brennhaare!

  • Geschlossene Klamotten und Handschuhe tragen. Arbeitskleidung danach direkt bei 60° Grad waschen.

  • Mit Goldafter befallene Gespinste oder Grünmaterial dürfen nicht über Kompost oder normalen Grünschnitt entsorgt werden.
    Sie müssen separat, gut verschlossen (z. B. in einem stabilen Müllsack) und zeitnah im Restmüll entsorgt oder im geschlossenen Kamin verbrannt werden. Bis zur Entsorgung kühl, kurzzeitig und verschlossen im Freien lagern. Der Transport muss abgedeckt oder geschlossen erfolgen. Größere Mengen sind beim Entsorgungsunternehmen Remondis als befallenes Material zu deklarieren und entsprechend abzugeben.

  • Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln oder Bioziden ist ausschließlich Personen mit gültigem Sachkundenachweis gestattet.

Frühjahr und Herbst

Ab April bis Oktober:

Bekämpfungsmaßnahmen außerhalb der Wintermonate sollten ausschließlich von Fachfirmen mit entsprechender Schutzausrüstung und fachlicher Expertise durchgeführt werden.

Eine Absaugung der Raupen ist in der Zeit von April bis Juni bei kleineren Flächen durch Fachleute möglich.

Goldafter-Raupe auf pinker Heckenrosenblüte
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  • Tipp: Um sicherzustellen, dass befallenes Grünmaterial fachgerecht entsorgt wird, fordere Entsorgungsnachweise ein.

Symptome nach Kontakt mit Brennhaaren

Die Raupen schützen sich mit giftigen Brennhaaren. Besonders problematisch sind die späten Raupenstadien von April bis Juni.

Die Haare der Raupen brechen leicht ab und verbreiten sich durch den Wind. Dadurch haften sie an Haut und Kleidung und können auch eingeatmet werden.
Die Reaktion auf die Brennhaare kann sehr unterschiedlich ausfallen und sich auch oft erst Stunden nach dem Kontakt zeigen.

 

  • Grundsätzlich sollten behaarte Raupen nicht berührt werden!

Mögliche Symptome

  • allergische Reaktionen

  • Hautrötungen, blasenwerfende Hautausschläge, starker Juckreiz

  • Atembeschwerden

  • brennende, entzündete Augen

  • in sehr seltenen Fällen anaphylaktischer Schock

Bei starken Beschwerden oder Atemproblemen bitte ärztliche Hilfe aufsuchen.

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