© Jasmin Heimberger

Sommerliebe

Eine Liebeserklärung an den Sylter Sommer

Zwischen Sonnenstunden und Schietwetter, salzigen Haaren und langen Nächten. Über eine Jahreszeit, die macht, was sie will. Und die wir genau dafür lieben.

Sommerfeeling im Strandbistro Samoa Seepferdchen auf Sylt
© Peter Bender | Sylt Marketing

Text: Julia Petersen

Die Jacke liegt seit morgens im Fahrradkorb. Gebraucht haben wir sie nicht. Dafür gab es einen Matcha in der Braderuper Sonne, einen spontanen Abstecher an den Lieblings-Strand, ein paar Longboardwellen mit glasklarem Nordseewasser und die kurze Nachricht: „Samoa später?“ Aus kurz wird lang, aus einem Plan werden drei und irgendwann radelt man mit salzigen Haaren und einer Handvoll Sand in der Tasche nach Hause. Morgen ist schließlich auch noch Sommer. 

Wenn er denn mitspielt. Denn auf eines kann man sich beim Sylter Sommer ziemlich gut verlassen: auf nichts. Manchmal legt er schon im Mai los, verwöhnt uns mit den ersten warmen Sonnenstunden am Strand und lässt uns glauben, dass das jetzt monatelang so weitergeht. Das Gemüt? Unerschütterlich hoffnungsvoll. Die Regenstunden des Vorjahres schon längst vergessen. Davon spricht man nicht, lässt Vergangenes da, wo es hingehört. Selten ist man so wenig nachtragend. Auch wenn wir manchmal deutlich länger auf ihn warten müssen. Und zwischendurch? Schietwetter. Herbststimmung. Zwiebellook. Alles drin. Und dann wieder: Ein einziger guter Tag lässt uns alles vergessen. Vielleicht lieben wir ihn auch genau deshalb so sehr. Denn wenn der Sylter Sommer gut ist, ist er so richtig gut. 

Alles kann nichts muss. Dreitagebart oder Glattrasur, Muschelkette oder Goldring. Völlig egal. Denn der pure Luxus des Lebens kann ziemlich einfach sein.
Julia Petersen

Spontane Nächte am Sylter Strand

Erfrischendes Bad in der Brandung bei Sonnenuntergang
© Peter Bender | Sylt Marketing

Überhaupt macht der Sommer überraschend spontan. Noch kurz zum Sonnenuntergang an den Strand? Schweinswale gucken? Na klar. Eine Runde in die Nordsee, das Shirt wird als Strandtuch umfunktioniert. Noch ein Getränk, obwohl morgen der Wecker klingelt? Lieben wir! Es ist schließlich Sommer, Schlaf wird plötzlich nebensächlich. Aus „Um zehn liege ich im Bett“ wird eine Nacht mit Sternschnuppen und Meeresleuchten, aus einem Cappuccino ein ganzer Nachmittag und aus einer eigentlich ruhigen Me-time einer dieser Sommerabende, den man morgens noch nicht kommen sah.

Robust und resilient muss man schon sein, wenn man sich auf den Sylter Sommer einlässt. Die eigene Stimmung sollte schließlich niemals vom Wetter abhängen. Schwierig, wenn man schon mit einem Vitamin-D-Defizit in die Saison gestartet ist. Aber so ist das eben mit uns und dir, Sylter Sommer. Manchmal weißt du vielleicht selbst nicht so genau, was du willst. Im einen Moment launisch, kurz darauf wieder von deiner versöhnlichsten Seite. Eine ziemlich schräge Beziehung kann man schon miteinander haben. Ungesund? Nicht unbedingt. Denn wo sonst ist die Luft im Sommer so klar und wohltuend? Das Meer immer in der Nähe, die Strände so sauber und die nächste Abkühlung nie weit entfernt. Und wenn die Sonne mal nicht mitspielt, schalten wir einen Gang runter. Entschleunigen in der Strandsauna, im Café, unterm Schrim. Selten, vielleicht ganz heimlich, aber manchmal muss das einfach sein, auf dem Sofa. Denn der Sylter Sommer ist immer auch das, was du draus machst.

Crêpe mit Lachs und Spinat
© Peter Bender | Sylt Marketing
Braderuper Heide im Sommer
© Jasmin Heimberger
Surfgruppe mit Longboards am Sylter Strand beim Petro Surf
© Laura Tiedtke I Petro Surf
Wellenritt im Abendlicht
© Finn Anjes l Sylt Marketing
Anstoßen auf den Moment – Genuss auf Sylt
© Peter Bender | Sylt Marketing

Viel zu erleben

Sommerabend am Strand von Sylt – Entspannung in Strandkörben
© Peter Bender | Sylt Marketing

Du kannst genießen und stöbern: auf den Flohmärkten der Insel, in den Kampener Boutiquen oder an den kleinen Ständen in der Friedrichstraße. Du kannst dich ins Getümmel der Surf Cups an der Westerländer Promenade stürzen, Konzerte besuchen, zu Musik mit Meerblick tanzen, durch Kunstausstellungen schlendern oder einer Lesung lauschen. Überall ist etwas los. Die Promenaden sind lebendig, die Strände voll und bei all den Events lernt man Menschen kennen, denen man sonst vielleicht nie begegnet wäre. Und ja, irgendwann freut man sich auch wieder ein kleines bisschen auf weniger. Auf Parkplätze, die nicht randvoll sind, auf einen Einkauf, der wieder etwas schneller geht. Auf mehr Ruhe und darauf, etwas egoistisch gesehen, die Insel wieder ein bisschen mehr für sich zu haben.

Aber gehen lassen möchte man den Sommer trotzdem nicht. Zum Glück macht er es einem auch nicht ganz so leicht. Während wir noch barfuß durch den Sand laufen, verändert sich die Insel schon langsam. Die letzten Sylter Rosen blühen, die Heide zeigt sich in ihren schönsten Farben und irgendwann entdeckt man die ersten Hagebutten. Bald kommt der Herbst. Man kann ihn schon riechen. Die Luft wird etwas rauer, morgens vielleicht ein bisschen kühler und das Licht verändert sich. Und auch das ist schön. Denn der Herbst auf Sylt kann richtig guttun. Lange Strandspaziergänge, goldenes Licht, heiße Schokolade, ausgiebige Saunagänge, mehr Zeit zum Lesen und Surfsessions, bis die Füße irgendwann kalt werden. Aber bis dahin haben wir noch ein bisschen was vor. Die Jacke ziehen wir an, aber der Schal bleibt noch im Korb. Danke, geliebter Sylter Sommer.