Text: Imke Wein
Der schmale Grat, dieser Serie? Bettgeschichten zu erzählen – ohne Schlüpfrigkeit. Gar nicht so leicht, wenn wir die Hochzeitsnacht der Gastgeberin mit ins Spiel bringen möchten...
Aber gut, die wartet bis zum Schluss. Wir steigen unverfänglich ein: Lisa Erdmann, Junior-Chefin des Hotels mit doppeltem Meerblick, Familienbetrieb in vierter Generation, hat sich eines der Studio-Zimmer im Mitteltrakt des »Hotel Rungholt« für die Lieblingsbett-Serie ausgesucht. Weil: enorm viel Platz, enorm großer Balkon, Südseite, großzügige Deckenhöhe, bildschöne Einrichtung, freier Blick auf den Hotelgarten und vor allem auf die höchste Erhebung der Insel: die »Uwe Düne«.
»Bei unseren Gästen sind die Zimmer und Suiten nach Norden, in Richtung beider Meere, vielleicht noch ein wenig beliebter. Ich mag diese Gartenaussicht und die totale Ruhe«, erläutert Lisa ihre Wahl. Denn für ihren eigenen Schlaf braucht sie »Stille und eine Extra-Portion unserer unfassbar guten Luft«. Vielleicht ist ihr der Blick Richtung Watt und Wellenschlag auch nicht so wichtig wie manchem Gast, weil sie hier im Hotel in Traumlage mit ihren beiden Brüdern aufwuchs und das Panorama jeden Tag, beispielsweise von ihrem Büro aus, genießen kann.
Nachdem die Hotelbetriebswirtin nach zehn »Lehr- und Wanderjahren« 2024 zurück auf ihre Heimatinsel kam und langsam, aber sicher die Verantwortung von ihrem Papa Dirk übernahm, wohnt sie jetzt auch wieder im Hotel – bzw. direkt daneben. 100 Betten besitzt das vor 93 Jahren gegründete »Hotel Rungholt«: Suiten, Doppelzimmer und 16 Einzelzimmer. »Viele unserer Gäste kommen schon seit Jahren, sogar seit Jahrzehnten und haben nicht selten ein Lieblingszimmer. Am schönsten ist es, wenn mehrere Generationen einer Familie kommen«, sagt Lisa, die bald in der Hotelleitung noch von ihrem Bruder Nico unterstützt wird.
Wünsche und besondere Vorlieben der Gäste werden vom 75-köpfigen Rungholt-Team fein säuberlich notiert. Auch was die Schlafkultur angeht, bereiten die Mitarbeitenden die Betten jedes Gastes individuell mit entsprechenden Kissen und Decken vor. »Der Schlaf der Gäste ist uns heilig. Das größte Kompliment ist, wenn unsere Gäste so gut schlafen, dass sie nach dem Hersteller der Betten fragen«, erzählt Lisa.