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Goldafter

(Euproctis chrysorrhoea)

Der Goldafter

Erkennen und richtig verhalten

Der Goldafter ist ein in Mitteleuropa heimischer Schmetterling, der aktuell regional verstärkt an der Nordseeküste auftritt und dessen Raupen in den Frühjahrsmonaten vermehrt Brennhaare bilden. Diese feinen Brennhaare können gesundheitliche Beschwerden und allergieähnliche Symptome bei Menschen und Tieren auslösen.
Auf dieser Seite erfährst du, wie du den Goldafter erkennst, welche Gefahren bestehen und wie du dich richtig verhältst.

Goldafter-Raupe auf pinker Heckenrosenblüte
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  • Der Goldafter (Euproctis chrysorrhoea) ist ein heimischer Nachtfalter, der den Großteil des Jahres als Raupe auf seiner Wirtspflanze lebt.

Aktueller Hinweis der Inselverwaltung Sylt

Viele Raupen des Goldafters haben sich bereits verpuppt oder befinden sich derzeit in der Verpuppung und die Phase, in der die Tiere besonders viele Brennhaare ausbilden, neigt sich langsam dem Ende zu. Dennoch bittet die Inselverwaltung Sylt weiterhin um Aufmerksamkeit, da die giftigen Brennhaare auch nach der Verpuppung noch längere Zeit in der Umwelt verbleiben und bei Kontakt Hautreizungen oder allergieähnliche Beschwerden auslösen können. Wer in bekannten Befallsgebieten Rasen mäht, Hecken schneidet oder Gartenarbeiten durchführt, sollte möglichst lange Kleidung tragen und direkten Hautkontakt vermeiden.

Nach der Verpuppung entwickelt sich der Goldafter zu einem weißen Nachtfalter. Die Falter werden von Licht angezogen, weshalb die Inselverwaltung empfiehlt, Außenbeleuchtungen in den Monaten Juli und August möglichst nur bei Bedarf einzuschalten. So kann verhindert werden, dass sich die Tiere verstärkt in Siedlungsbereichen ansammeln.

So erkennst du den Goldafter

Der Goldafter ist ein heimischer Schmetterling, der den Großteil des Jahres als Raupe auf der Wirtspflanze zu finden ist. 

Die ausgewachsenen Goldafterraupen sind 3 bis 4,5 cm lang und graubraun gefärbt. Über den Körper der Raupe ziehen beidseits ein weißer und über den Rücken zwei rote Längsstreifen. Der gesamte Körper der Raupe ist mit rötlich-braunen, in Büscheln stehenden Härchen bedeckt. Die Raupen des Goldafters lassen sich anhand der zwei orange-roten Trichterwarzen auf dem Hinterleib von anderen Raupenarten unterscheiden.

Vorsicht Verwechslungsgefahr!

Auch andere Raupen bilden Gepinste. Die Gespinstmotte bildet vom Frühjahr bis Sommer schleierartige Gespinste an Sträuchern und Bäumen. Ihre Raupen sind kleiner (bis ca. 3 cm), heller gefärbt, teils schwarz-grau gezeichnet und unbehaart. Von der Gespinstmotte geht keine gesundheitliche Gefahr aus. Unser Tipp: die App ObsIdentify hilft dir dabei, die Raupenart zu bestimmen, wenn du dir nicht sicher bist.

  • Grundsätzlich sollten behaarte Raupen nicht berührt werden!

Mehrere Raupen der Gespinstmotte in einem Gespinst auf Blättern eines Pfaffenhütchens.
© Veronika Vogel | Gemeinde Sylt


Du hast Raupen oder Gespinste des Goldafters entdeckt?

Melde die Vorkommen online.

Der Kreislauf des Goldafters

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Falterflug

Juli

Nach der Verpuppung entwickelt sich der Goldafter zu einem etwa drei Zentimeter großen, weißen Nachtfalter mit einem charakteristischen goldbraunen Hinterleib. 

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Sommergespinst

Ende Juli - Oktober

Die Raupen schlüpfen Ende Juli bis Anfang August aus den Eiern und beginnen kurz darauf, ein Gespinst für die Überwinterung zu bauen. Die durch den Raupenfraß skelettierten Blätter werden dabei zusammengesponnen.

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Wintergespinst

November - März

Aus den Sommergespinsten entstehen robuste Wintersgespinste. In diese ziehen sich die Raupen im Oktober zurück, wo sie den Winter über bleiben und geschützt ruhen.

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Raupenphase

April - Juni

Ab April verlassen die Raupen ihre Gespinste, fressen weiter und entwickeln sich zu erwachsenen Goldafterraupen bis zur Verpuppung im Juni. In dieser Phase entwickeln sie auch die giftigen Brennhaare.

Verpuppung

Juni

Etwa im Juni verpuppen sich die nun erwachsenen Goldafterraupen erneut, bevor nach einigen Wochen die Goldafterfalter schlüpfen und der Kreislauf von Neuem beginnt.

Vorkommen des Goldafters

Mittlerweile sind Gespinste und Raupen in allen fünf Inselgemeinden nachgewiesen. Die Verbreitung zeigt sich jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt.

Wer Vorkommen entdeckt, wird gebeten, diese über das folgende Online-Portal zu melden:

Auf welchen Pflanzen ist der Goldafter heimisch?

Der Goldafter siedelt sich an unterschiedlichen Pflanzenarten an. Auf Sylt sind die Raupen häufig auf der Kartoffelrose (Rosa rugosa) zu finden. Darüber hinaus wurde er auch auf Weißdorn, Sanddorn, Weiden, Felsenbirne, Schwedischer Mehlbeere und Brombeeren gesichtet. 

Auch Gartenpflanzen wie Rosengewächse, Obstgehölze und Eichen können befallen werden.

© Kristina Dolezych | Sylt Marketing
  • Die Kartoffelrose (Rosa rugosa) ist ein häufiger Ort für die Gespinste des Goldafters.

Giftige Brennhaare

Die Raupen schützen sich mit giftigen Brennhaaren, die bei Menschen und Tieren gesundheitliche Beschwerden und allergieähnliche Symptome auslösen können. Besonders problematisch sind die späten Raupenstadien von April bis Juni. Auch nach der Verpuppung im Juni/Juli können die giftigen Brennhaare noch längere Zeit in der Umwelt verbleiben.

Die Haare der Raupen brechen leicht ab, können sich in der Umgebung verteilen und durch Winde verbreitet werden. Dadurch können sie an Haut und Kleidung haften und auch eingeatmet werden.
Die Reaktion auf die Brennhaare kann sehr unterschiedlich ausfallen und sich auch oft erst Stunden nach dem Kontakt zeigen.

  • Grundsätzlich gilt: Gespinste und Raupen nicht berühren und Abstand halten!

Hast du Symptome?

Dann melde deine Symptome gerne per E-Mail an die zuständige Ansprechpartnerin Veronika Vogel (veronika.vogel@gemeinde-sylt.de), die diese dokumentiert und an die übergeordneten Behörden weiterleitet. 

Hilfreiche Informationen umfassen Art & Verortung der Symptome (welche Hautpartien bei Ausschlag), Schwere der Symptomatik, Länge der anhaltenden Symptome, Bezug zum Goldafter (z.B. Aufenthalt in welchem Gebiet, direkter Kontakt) und ob ein Arztbesuch stattgefunden hat (wenn ja, bei wem?).

Mögliche Symptome

  • allergische Reaktionen

  • Hautrötungen, blasenwerfende Hautausschläge, starker Juckreiz

  • Atembeschwerden

  • brennende, entzündete Augen

  • in sehr seltenen Fällen anaphylaktischer Schock

Bei starken Beschwerden oder Augenproblemen bitte ärztliche Hilfe und/oder Apotheken aufsuchen.

Befall im Garten

Entdeckst du den Goldafter oder seine Gespinste auf deinem Grundstück, hast du je nach Jahreszeit verschiedene Möglichkeiten zu handeln. 
Bei Unsicherheit solltest du dich an eine Fachfirma oder die zuständige Behörde wenden.

Wintermonate

Von November bis März:

In dieser Zeit können die Gespinste des Goldafters eigenständig entfernt werden. Dabei muss folgendes beachtet werden:

  • Gespinste vorsichtig im Ganzen abschneiden: Nicht beschädigen aufgrund der Brennhaare!

  • Geschlossene Kleidung und Handschuhe tragen. Arbeitskleidung danach direkt bei 60° Grad waschen.

  • Mit Goldafter befallene Gespinste oder Grünmaterial dürfen nicht über Kompost oder normalen Grünschnitt entsorgt werden.
    Sie müssen separat, gut verschlossen (z. B. in einem stabilen Müllsack) und zeitnah im Restmüll entsorgt oder im geschlossenen Kamin verbrannt werden. Bis zur Entsorgung kühl, kurzzeitig und verschlossen im Freien lagern. Der Transport muss abgedeckt oder geschlossen erfolgen. Größere Mengen sind beim Entsorgungsunternehmen Remondis als befallenes Material zu deklarieren und entsprechend abzugeben.

  • Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln oder Bioziden ist ausschließlich Personen mit gültigem Sachkundenachweis gestattet.

Frühjahr und Herbst

Von April bis Oktober:

Gespinste oder Raupen sollten nicht mehr eigenständig entfernt werden.

Bekämpfungsmaßnahmen außerhalb der Wintermonate sollten ausschließlich von Fachfirmen mit entsprechender Schutzausrüstung und fachlicher Expertise durchgeführt werden.

Gespinste bzw. Grünmaterial mit Goldafterbefall dürfen nicht mit anderem Grünschnitt oder über den Kompost entsorgt werden. Der befallene Grünschnitt ist beim örtlichen Entsorgungsunternehmen Remondis als solches zu deklarieren und sicher verschlossen abzugeben.

Wer in bekannten Befallsgebieten Rasen mäht, Hecken schneidet oder Gartenarbeiten durchführt, sollte möglichst lange Kleidung tragen und direkten Hautkontakt vermeiden.

Goldafter-Raupe auf pinker Heckenrosenblüte
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  • Tipp: Um sicherzustellen, dass befallenes Grünmaterial fachgerecht entsorgt wird, fordere Entsorgungsnachweise ein.

Ansprechpartner

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