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Küstenschutz Fakten

Bei jeder Sturmflut ist eindrucksvoll zu erleben, wie die Gewalten von Wind und Meer an den Küsten der Insel nagen.

Der Schutz unserer Küsten ist im Rahmen des Landeswassergesetz und den General-Küstenschutzplan und den jeweiligen Fachplänen klar strukturiert worden. Aus den Plänen ergibt sich auch die Zuständigkeiten zur Durchführung der jeweiligen Küstenschutz Maßnahme. Hier zu bieten sich die Internetseiten der Landesregierung an: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/LKN/lkn_node.html
Im folgenden sind hier einige, heute noch genutzte Küstenschutz Methoden beschrieben:

Sandaufspülungen

Seit dem Jahr 1992 wird an der Sylter Westküste regelmäßig Sand aufgespült. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich diese Schutzmaßnahme erfolgreich bewährt. Nach erfolgter Ausschreibung durch das Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz für das Unternehmen Rohde-Nielsen aus Kopenhagen für vier Jahre die Aufspülungen durch. Dazu saugt man mit dem Baggerschiff „Thor R“ aus der Entnahmestelle den Sand als Sand-Wasser-Gemisch (3:7) aus dem Meeresuntergrund und pumpt das Gemach in den Schiffsbauch. Das Meereswasser lädt über die Reling wieder in Meer so fährt das beladene Schiff an den Sylter Strand. An dem jeweiligen Aufspülbereich wird das Schiff mit der Dükerleitung verbunden, dem Sand wird wieder Wasser beigemengt und das Spülgut wird über die Dükerleitung an den Strand gepumpt. Dort läuft das Wasser des Spülgutes wieder in Meer und der Sand bleibt liegen. Mit Planierraupen schieben die Sandmengen an die gewünschten Stellen. Ungünstige Wetterlagen können die geplanten Arbeiten verzögern, da ab der Windstärke 6 aus Sicherheitsgründen der Spülbetrieb eingestellt werden muss. Das Baggerschiff hat eine Ladekapaziät von 2.500 Kubikmeter. Das Schiff muss etwa 330 x hin und her fahren bis der Auftrag erfüllt ist. Um diese Aufgabe in der ruhigen Witterungslage schaffen zu können, fährt man darum in der Regel rund um die Uhr.

Halmpflanzungen

Die Pflanzung von Strandhafer wird seit vielen Jahrhunderten in den Dünen vorgenommen. Anfänglich wurde dieses zu landwirtschaftlichen Zwecken betrieben. Als man feststellt dass diese Pflanzen auch den Dünensand binden könnten, nutzte man die Pflanze auch um den Sandflug zu bremsen. Der Strandhafer kann seine Wurzeln sehr lang ausstrecken. Damit die Pflanze an feuchte Sandschichten gelangt, können die Pflanzen mehr als sechs Meter lang werden. Somit kann selbst ein stürmischer Wind die Pflanzen nicht entwurzeln. Mit dieser Erkenntnis, benutzt man die Pflanze seit gut drei Jahrhunderten um Dünengebiete festzulegen. Heute werden Halmpflanzungen besonders nach erfolgten Sandaufspülungen vorgenommen, damit der frisch aufgespülte Sand nicht vom Wind weggetragen wird.

Sandfangzäune

Ebenso alt wie die Halmpflanzungen, ist das Setzen von Sandfangzäunen. Der Sandpflug, also der bei Sturm aufgeblasene Sand, hat die Sylt oft zu schaffen gemacht. Dadurch wurden Häuser versandet, ganze Dörfer übergeht. Die Erkenntnis, dass vorhandene Sträucher den Sandflug bremsen können, wurde genutzt um an geeigneten Stellen Sandfangzäune zusetzten. Es wurden Reisigbündel in den Sand gesteckt und zu Zäunen ausgerichtet. Bei günstiger Windlage kann so ein Zaun dazu beitragen, dass der aufgeblasenen Sand am Zaun liegen bleibt. Halmpflanzungen und Sandfangzäune werden auch als „biodynamischer Küstenschutz bezeichnet.

Deiche

Seit vielen hundert haben die Menschen an der Küste versucht mit der Errichtung von Wällen sich vor Überflutungen zu schützen. Anfangs waren es einfache Sandwälle. Später wurden diese Wälle mit schwerem Boden abgedeckt und mit Grassoden bedeckt. Mit dieser Bauweise entstanden die Deiche. Die heutigen Deiche werden heute nach dem gleichen Prinzip errichtet. Sie sind nur höher und stabiler geworden. Die Stabilität wurde auch durch flache Steigung des Deiches erreicht. Das hatte aber zur Folge, dass Deiche bis zu 100 m breit wurden.

Deckwerke

An Abschnitten an denen kein breiter Deich errichtet werden kann, nutzt man festes Material um ein Deckwerk zu errichten. Nach der Anhäufung von Sandwällen wird der Sand mit Basaltsteinen, Schüttsteinen, Asphalt oder ähnlichem abgedeckt. Diese Deckwerke können sehr stabil sein. Es muss sorgsam beachtet werden, dass an den Enden des Deckbelages keine Aushöhlungen entstehen.

Lahnungen

Die Errichtung von Lahnungen wurde bei dem Versuch der Landgewinnung entwickelt. Ähnlich wie bei Sandfangzaun wurde in den Wattenmeerboden eine zweireihige Pfahlreihe gerammt. Die Zwischenräume wurden mit Reisigbündel voll gestopft. Das nach Ebbe auflaufende Wasser trug viele Sedimente mit sich. Diese setzen sich bei Ebbe ab und so bildete sich nach einer Zeit guten Marschboden. Die Methode der Landgewinnung wird in unserer Region wird heute kaum noch betrieben.

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