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Insel-Schnack

Kennen Sie schon...?
Es ist gewiss eine Ausnahmesituation, in der wir uns befinden. Das Corona-Virus hat so vieles weltweit verändert und beeinflusst. Wir haben mit ein paar Syltern geschnackt, wie sie und ihre Familien diese Krisenzeit erleben. 

Das Restaurant Strænd

Eingebettet in die Dünen des Inselsüdens, betreiben die beiden Sylter Dennis John und Jan Wehrheim das Strandlokal namens Strænd. Mit von der Partie sind ihre beiden Lebensgefährtinnen Saskia und Anne mitsamt Nachwuchs. Gewiss keine einfache Situation für die jungen Familien und das 2018 erst eröffnete Hörnumer Restaurant. Zwischen Onlinearbeit, Strickerei und Tischlerhandwerk hatte Dennis Lust auf einen Schnack.

Wie geht’s dem Strænd-Team?
Es gibt Höhen und Tiefen. Manchmal denkt man, wir kommen über die Runden, dann gibt es Momente, da entsteht ein komisches, drückendes und unbeschreibliches Gefühl. Eigentlich geht es uns gut. Wir sind gesund, auf Sylt und trotz allem sind sehr schöne Sachen entstanden. Wir haben im August 2018 eröffnet, das ist praktisch unsere zweite Saison, deshalb pushen wir uns gegenseitig, haben viele Ideen und versuchen für unsere Gäste alles hübsch zu machen. Aus alten Ressourcen lassen wir Neues entstehen und werden mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln kreativ. Als frisch gebackener Vater freue ich mich über die Quality Time, aber diese Ungewissheit schwingt mit.

Wie habt ihr die verordnete Abreise-Welle erlebt?
Wir waren glaube ich das zweite Restaurant auf Sylt, das sich dazu entschieden hat zu schließen. Hörnum und auch unser Restaurant war rappelvoll, deswegen mussten wir verantwortungsbewusst handeln. Zwar waren einige Gäste nicht glücklich darüber, aber wir wollten nichts riskieren, weder unsere Gäste noch unser Team in Gefahr bringen. Dann haben wir abgewartet und beobachtet, bis das offizielle Statement kam und feststand, dass auch Restaurants schließen müssen. Um die Wartezeit zu überbrücken und einen klaren Kopf zu bekommen, haben wir angefangen Strænd-Mützen zu stricken.

Gibt es Strænd-Veränderungen?
Die Mützen kamen so gut an, dass wir uns dazu entschlossen haben einen Onlineshop zu launchen. Im letzten Jahr haben wir Shirts und Pullis entworfen, die nun unter anderem auch online erhältlich sind. Zudem gibt’s Gutscheine, Espressosets, Gläser und eigens hergestellte Frühstücksbretten. Jan ist gelernter Tischler, das kommt uns natürlich zugute. Ansonsten konzentrieren wir uns derzeit auf den Außenbereich und die Terrasse. Alle packen mit an und werkeln an Bänken, Wänden und so weiter. Wir sind froh, dass wir bislang noch niemanden entlassen mussten, zwar ist jetzt Kurzarbeit angesagt, aber alle sind startklar, falls es losgehen sollte. Bis dahin müssen wir sehen, wie es weitergeht. Wir sind dankbar, dass uns die Gemeinde mit der Pacht unterstützt. Sonst würde es uns garantiert anders gehen. Am Wochenende werden wir wieder öffnen, Freitag bis Sonntag, 16 bis 21 Uhr, und einen Außer-Haus-Service anbieten, geliefert wird innerhalb Hörnums.

Zieht ihr etwas Positives aus dieser Zeit?
Wir machen unseren Job aus Leidenschaft, haben große Freude an dem, was wir tun. Uns fehlt die Arbeit und der Dialog mit den Gästen. Doch wir sind froh, dass man doch so fiffig und kreativ ist, die Zeit entsprechend nutzt. Wir versuchen den Onlineshop täglich zu verbessern und uns ein zweites Standbein aufzubauen. Somit haben wir aus der Not womöglich eine Tugend gemacht. Das nochmal gestärkte Bewusstsein für diesen wunderschönen Fleck Erde, den Zusammenhalt und die Familienzeit, das kann uns keiner mehr nehmen.

Das Hotel Berlin

Tim Lorenz ist dreifacher Vater und Inhaber des „Hotel Berlin“ auf Sylt. Gemeinsam mit seiner Familie betreibt er in zweiter Generation das wenige Schritte vom Strand entfernte Hotel in Wenningstedt. Wir haben kurz mit ihm geschnackt, zwischen Homeschooling, Frühstück und Gartenarbeit.

Moin Tim, wie sieht momentan Euer Hotelalltag aus?
Ich mache gerade sehr viel am Haus, allerhand Dinge, zu denen man sonst zu dieser Zeit eigentlich nicht kommt. Ich säubere die Regenrinnen und Lichtschächte, erneuere die Parkplätze und eine Großputzaktion gab es auch schon. Man kommt mitunter auf die wildesten Ideen, aber man sieht, dass es hier vielen so geht. Meine Frau Andrea deckt das Büro ab und kümmert sich um alles, was dort anfällt. Stornos sind hierbei ein Thema. Gemeinsam versuchen wir mit unseren Gästen entsprechende Lösungen zu finden, denn die meisten wollen unbedingt kommen, wenn auch zu einem späteren Zeitpunkt. Wir sind ein kleiner Familienbetrieb, die Rezeption ist nicht 24 Stunden besetzt, dafür sind wir für unsere Gäste zwischen 8 und 12 Uhr erreichbar. Parallel beschulen wir seit dieser Woche noch unsere beiden Kinder. Das ist, wie wir schnell gemerkt haben, nicht unerheblich. Der Kleine geht in die erste Klasse, unsere Mittlere in die vierte. Wir schulen morgens, da nachmittags die Konzentration nachlässt. Weder meine Frau noch ich sind ausgebildete Pädagogen, da ist man schon gefordert als Eltern. Anschließend frühstücken wir als Familie gemeinsam mit meiner Mutter. Das ist ein richtiges Ritual geworden.

Wie geht es Euch in dieser ungewohnten Situation?
Wir versuchen die Zeit für uns und unsere Familie zu nutzen. Die Kinder werden dieses Jahr sicherlich als sehr positiv in Erinnerung behalten, denn so intensiv verbringen wir sonst selten Zeit miteinander, da wir sieben Tage die Woche arbeiten. Jetzt den Kopf in den Sand zu stecken, würde die Situation nicht besser machen, dennoch schwingt die wirtschaftliche Situation mit. Im Januar haben wir sogar noch groß investiert. Das verlorene Ostergeschäft werden wir nicht wieder reinholen können. Wir hoffen, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen. Das allerdings hängt davon ab, wann es in welcher Form weitergeht.

Wie habt Ihr gemeinsam mit Euren Gästen die aufgrund der Pandemie veranlassten Abreise-Forderungen erlebt und umsetzten können?
Man konnte erahnen, dass etwas passieren würde, hat die Nachrichten stets verfolgt. Dann ging alles sehr schnell. Wir haben mit jedem unserer Gäste das Gespräch gesucht und konnten ihnen dadurch etwas Panik nehmen. Einige hatten Angst, dass man die Koffer vor die Tür stellen würde. Das war selbstverständlich nicht der Fall. Uns war wichtig, dass alle mit Ruhe und Bedacht abreisen konnten. Wirklich eine komische Zeit, plötzlich ist niemand mehr da und Du denkst Dir „krass“. Wir sind ein kleines Hotel, der persönliche Dialog liegt uns am Herzen, genau deswegen kommen unsere Gäste auch zu uns. Von unseren Stammgästen bekommen wir häufig Nachrichten, manche rühren uns zu Tränen, wie es uns geht und dass sie sich auf ein baldiges Wiedersehen freuen.

Was wünscht Ihr Euch für die Zukunft?
Es entsteht gerade ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Jeder grüßt sich, egal, ob man sich kennt. Ich würde mir wünschen, dass dieses Gemeinschaftsgefühl bleibt und man langfristig aus dieser Situation eine Lehre zieht, was das Miteinander angeht. Dass man einander zukünftig mehr Verständnis entgegenbringt und Rücksicht auf einander nimmt, das wäre schön.

Die Drachenhöhle

In diesem Jahr feiert die Drachenhöhle-Sylt bereits ihr dreißigjähriges Jubiläum. Den Saisonstart hierfür hat sich Familie Jörgensen wahrscheinlich anders vorgestellt. Wie die Inhaber des Sylter Kultgeschäfts mit der Situation umgehen? Wir haben miteinander geschnackt.

Auch für den Einzelhandel hieß es bis Montag „Schotten dicht“. Wie ist es Euch damit bislang ergangen?
Einerseits erstaunlich gut, wir genießen die Zeit sogar. Wir sehen es als vorgezogene Rentenzeit, haben unseren Garten gemacht und uns um alles, was so liegen geblieben ist, gekümmert. Wenn man sein Umfeld aufräumt, tut es auch der Seele gut. Wirtschaftlich sieht es anders aus. Meine Frau und ich machen den Laden, wir passen unseren Lebensstil den Einnahmen entsprechend an.

Seit Montag dürfen bestimmte Geschäfte unter entsprechenden Auflagen öffnen, wie verliefen die ersten Tage?
Ich wollte zuerst eine Vielzahl an Schildern und Hinweisen aufhängen, meine Tochter hat mich da etwas gebremst. Es ist ein schmaler Grat, wir möchten niemanden belehren oder maßregeln, zugleich aber informieren, uns an die Regeln halten und dem optimistisch erwarteten Ansturm gerecht werden. Der Zugang zu unserem Ladengeschäft ist relativ schmal, dort wollte ich zunächst Schilder anbringen. Sogar an ein Ampelsystem habe ich gedacht. Momentan ist das allerdings nicht notwendig, viel war bislang nicht los.

Wie blickt Ihr den kommenden Wochen entgegen?
Durch die Insellage sind wir in einer komfortablen Situation, wir speziell mit unserem Laden können die Situation einigermaßen abfedern. Da gibt’s aber auch andere, die schieben eine andere Welle vor sich her. Derzeit haben wir noch keinen Onlineshop, die Drachenhöhle-Sylt hat dreißig Jahre lang als stationäres Geschäft funktioniert. Bei den Gästen haben wir Kultcharakter und wurden als einer der letzten Dinosaurier gefeiert. Wir hoffen, dass der Verkauf vor Ort langsam wieder anlaufen und die Zahlen sich kontinuierlich steigern werden. Einige Verkäufe konnten wir über das Telefon tätigen, die Leute rufen an und lassen sich durch unser Programm durchnavigieren, gerne schicke ich auch Fotos. Das ist für uns Service am Kunden.

Was kommt bei Euren Kunden*innen gut an?

Wir versuchen das nicht digitale Spielzeug zu pflegen. Das Jonglieren zum Beispiel trainiert die Gehirnleistung. Auch Kendamas, Drachen und Windspiele sind sehr beliebt. Wir wollen die Leute mit unserem Geschäft verzaubern, ein Einkaufserlebnis schaffen. Das geht am besten hier vor Ort.  

Wann seid Ihr in Eurem Shop anzutreffen?
Gerne würden wir unter der Woche täglich öffnen. Samstag müssen wir sehen, Sonntag öffnen wir generell nicht mehr. 11 bis 16 Uhr als Kernzeit. Wir haben praktisch Sommer und die Zeit. Es wäre blöd zu Zweit Zuhause zu sitzen und die Beine hochzulegen.

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