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NATÜRLICH SYLT
Volle Last voraus

Alles eine Frage der richtigen Balance. Das Lastenrad kommt auch auf der Insel langsam aber sicher in Fahrt.

Sylt ist die Naturschönheit im hohen Norden, bekannt als Königin der Nordsee und als Sehnsuchtsinsel heiß geliebt, vielfach besungen, beschrieben und fotografiert. So sehr sich die Insel ihrer Beliebtheit erfreut – in der Hochsaison scheint sie manchmal unter all der Zuneigung zu ächzen. Fast eine Million Gäste kommen jährlich nach Sylt – und die kommen statistisch gesehen gerne immer häufiger, bleiben dafür aber bei jedem Aufenthalt immer kürzer. Das alles sorgt für mehr Bewegung – in den Statistiken aber eben auch auf den Straßen. Wobei Bewegung in diesem Zusammenhang relativ ist. Stau und stockender Verkehr ist nicht nur ein Großstadtphänomen, sondern zu absoluten Spitzenzeiten eben auch auf einem kleinen Eiland zu beobachten. Die Fahrt von einem Inselende zum anderen kann dann schnell mal doppelt so lange dauern wie zu einer weniger frequentierten Zeit und die kurze Besorgungsfahrt innerhalb Westerlands zur Belastungsprobe werden. Spätestens an einem solchen Tag wird der Schrei nach Investitionen in die Infrastruktur, vor allem in den öffentlichen Nahverkehr, lauter. Bei den Gemeinden aber auch bei Unternehmen und Privatpersonen außerdem Anlass genug, das Thema Elektromobilität zu puschen und über alternative Fortbewegungsmittel nachzudenken. Das Rennen dabei macht nicht etwa eine neue, völlig abgedrehte Erfindung, nein, das gute alte Fahrrad nimmt wieder Fahrt auf. Ob mit oder ohne Motor, ob mit Hänger, Gepäckträger oder Kindersitz – der Drahtesel wird mehr und mehr zu einem Alleskönner für den insularen Personen- und Lastentransport. Die eierlegende Wollmilchsau auf zwei Rädern gewissermaßen.

Moritz LuftMoritz Luft, SMG-Chef

"Die Strecken, die wir im Alltag zurücklegen, sind zu kurz, um für jede Fahrt ins Auto zu springen. Das ist weder nachhaltig, noch gut für den Motor"

Auch Moritz Luft, Chef der Sylt Marketing Gesellschaft, ist umgestiegen und tritt nun täglich in die Pedale. Anstatt sich einen PKW anzuschaffen, hat Familie Luft in ein Packster 80 investiert. Ein grundsolides E-Bike, das ordentlich was wegschaffen kann. Egal ob Wasserkisten, Wocheneinkäufe oder Prospektmaterial. In Skandinavien ist das nützliche Gefährt seit jeher fester Alltagsbestandteil der meisten Familien. Kein Wunder, dass die Lufts das Packster bei ihrem letzten Norwegen-Urlaub entdeckt und als Souvenir mit auf die Insel gebracht haben. Zunächst nur als vage Idee, doch schon bald nahm diese Idee Form oder besser gesagt einen schwarzen Rahmen an. »Die Insel ist eigentlich wie gemacht dafür, sich mit dem Fahrrad fortzubewegen. Alles andere sind faule Ausreden.« Auch wenn das Packster hierzulande keine brandneue Erfindung ist, so gehört Familie Luft zu den insularen Vorreitern. Ganz zur Freude der beiden Söhne Mathis und Jasper. Die Fahrt zum Kindergarten beziehungsweise zur Schule ist jetzt gar nicht mehr so öde. Die beiden sitzen vorne im Holzkasten und lassen sich den Wind um die Nase wehen. »Schneller, Papa!«, so die unmissverständliche Ansage des fünfjährigen Jasper, der es gar nicht abwarten kann, beim Kindergarten vorzufahren. »Wenn man so nett gebeten wird, tritt man doch gerne in die Pedale«, lacht Moritz Luft, schaltet den E-Motor dazu und bringt die Familienkutsche innerhalb kürzester Zeit auf gute 25 Stundenkilometer.

Der elektrische Antrieb kann nach Belieben in Anspruch genommen und dazu geschaltet werden. »Mit dem Packster fahren wir auch bei mehr als drei Windstärken los. Mit 150 Kilometer Reichweite kann man tolle Tagestouren machen und auch den Alltag locker meistern.« Dazu gehört auch der Arbeitsalltag. Denn mit dem Packster wird auch mal schnell ein Prospektständer oder die ein oder andere Broschüre transportiert. Moritz Luft bringt das Rad unter seinem Bürofenster in die richtige Parkposition. Gar nicht so einfach, der Wendekreis ist durch den Radstand von gut zwei Metern etwas größer, als beim herkömmlichen Drahtesel, allerdings wesentlich kleiner, als beim Auto. »Die Strecken, die wir im Alltag zurücklegen, sind zu kurz, um für jede Fahrt ins Auto zu springen. Das ist weder nachhaltig, noch gut für den Motor«.

Das sehen immer mehr Sylter und Gäste so und steigen um. Ein Supermarkt nutzt es für seinen Bringdienst, ein Bekleidungsgeschäft setzt es als rollende Litfaßsäule ein und Mietradagenturen haben es im Sortiment. »Viele Menschen auf Sylt wissen um die Vorreiterposition der Insel und machen sich Gedanken. Und das schließt ein wachsendes Bewusstsein für die Sensibilität des Ökosystems Insel ein.« In der Mittagspause schwingt sich Moritz Luft wieder aufs Rad und steuert es zum Kindergarten. Jasper und Freund Noah warten schon in voller Biker-Montur und kapern mit lautem Geschrei ihre Holzkiste. Auf die Frage, wie sie das Lastenrad finden, antworten beide im Chor: »Super, hier dürfen wir vorne sitzen.« Ein gewichtiges und vielstimmiges Plädoyer für mehr insulare Nachhaltigkeit.

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