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NATÜRLICH SYLT
Multipark Sylt heiß ersehnt

Die Kinder verbringen zu viel Zeit am Handy, heißt es. Ständig, täglich, viel zu lang. Weg mit den Dingern, fordern die Erwachsenen. Doch was sind die Alternativen? Der Verein Skateboarding Sylt e.V. hat eine über Jahrzehnte und Generationen herangereifte Idee, mittlerweile konkrete Pläne und bringt jetzt ganz schön was ins Rollen. Endlich.

»Wir waren nicht die Ersten«, das ist Gernot Westendorf, dem 1. Vorsitzenden des Skateboarding Sylt e.V., wichtig. Das dürfen gerne alle wissen, um die Dringlichkeit dieses Herzensprojektes zu verstehen. Schon seit Jahrzehnten versuchen die Sylter Skater auf der Insel Sylt einen zentralen Anlaufpunkt zu kreieren. Einen Ort der Begegnung für Inspiration, Integration und eben jenen Sport, der seit den siebziger Jahren auf Sylt leidenschaftlich betrieben wird. Doch irgendwie hakte es irgendwo immer. Die Bedürfnisse der Skater wurden in der Vergangenheit weder besonders ernst genommen noch mit offenen Armen begrüßt. Auf leere Versprechen folgte Demotivation, nichts passierte und so wurde man kreativ. In Tinnumer Sackgassen wurden aus Sperrmüll Rampen gebaut, Holzstege, Treppengeländer und Bänke für verschiedenste Skate-Tricks genutzt, improvisierte Skatewettbewerbe am Brandenburger Strand abgehalten, Westerlands Bahnhof diente als Indoor-Skateraum und auch Getränkehallen in Rantum wurden umfunktioniert, um an Regentagen fahren zu können. Ein Insulaner schaffte es in den vergangenen Jahren mit viel Herzblut, Mühe und den vorhandenen Mitteln zwei amtliche Contests zu organisieren. Der erste fand auf dem Firmengelände eines Sylter Unternehmers, der zweite im kleinen Westerländer Skatepark an der Schule St. Nicolai statt. Beide waren ein voller Erfolg, alle entsprechend positiv gestimmt. Doch der eine so notwendige, offizielle und ernst zu nehmende Anlaufpunkt mit ausreichend Platz folgte trotzdem nie.

Bis heute nicht. Und genau das möchte der Skateboarding Sylt e.V., der sich im Sommer vergangenen Jahres gründete, schnellstmöglich ändern. Auf dem Gelände des Sylt-Stadions in Westerland wird voraussichtlich ab 2021 ein Multipark mit einem ca. 2500 Quadratmeter großen Skatepark gebaut. Es soll eine Anlaufstelle für Sportarten wie Skateboarding, BMX, Basketball, Klettern oder Gleichgewichtsparcours entstehen. Ein generationsübergreifender Treffpunkt, der das ganze Jahr über genutzt werden kann. Kinder und Jugendliche sollen sich hier motorisch und sozial entwickeln können, ohne einem Verein beitreten zu müssen. Dafür engagieren sich unter anderem die beiden Sylter Gernot Westendorf und Thomas Urmersbach, 2. Vorsitzender des ersten Sylter Skatevereins. Beide stammen ursprünglich aus Kiel, haben sich mit Anfang zwanzig auf Sylt kennengelernt und recht flott in diese Insel verliebt. Für Gernot folgte auf den Kfz-Mechaniker und Zivildienst eine Lehre bei Foto Mager, für Thomas auf die Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann eine Sabbat-Saison auf Sylt. Magnet und Grund immer wieder und schließlich final zur Insel zurückzukehren, war für beide passionierten Wellenreiter stets die häufig abliefernde Nordsee. Über das Skaten gerät Thomas ans Surfen, Gernot über das Surfen ans Skaten, denn im Grunde ist das Fahren auf dem rollenden ähnlich wie das Reiten auf dem gleitenden Brett und somit eine attraktive Alternative bei Wellenflaute. Wassersportgröße Jürgen Hönscheid erkannte das bereits Mitte der siebziger Jahre und brachte die ersten Skateboards aus Kalifornien, dort wo der Sport in den späten Vierzigern seinen Ursprung feierte, mit nach Sylt. Kurz darauf gründete er das erste Sylter Skateteam. Die Jungs hatten es drauf, waren über die Inselgrenzen hinaus erfolgreich und prägten die deutsche Skate- und Surfszene und die darauffolgenden Generationen stark. Gernot und Thomas möchten mit dem Projekt Multipark genau an diese wertvolle Ära anknüpfen und das Brett wieder ins Rollen bringen. »Rund zwanzig Jahre wurde an dem Projekt Skatepark nun gearbeitet, immer wieder verschwand es in der Schublade, jetzt ist die Zeit wirklich reif«, macht Gernot deutlich. »Als wir das Projekt im Winter 2016 mit der »Interessengemeinschaft Multipark« wieder aufleben ließen, fühlte es sich an, als würden wir offene Türen eintreten, so gut war das Feedback von der Politik und der Gemeinde, der Schulen und verschiedener Sylter Institutionen wie dem Surf Club Sylt e.V., als hätte man auf uns gewartet.«

Mit diesem lang ersehnten Rückenwind wollen die Mitglieder des Skateboarding Sylt e.V., der sich extra für den Multipark formierte, nun positiv in die Zukunft blicken und gemeinsam mit der Politik auf Worte Taten folgen lassen, an einem Strang ziehen eben. Es wurde mithilfe eines Planungsbüros professionell nach einem passenden Standort recherchiert und eine entsprechende Machbarkeitsanalyse erstellt. Das daraus resultierende Ergebnis »Standort Syltstadion« wurde schließlich vorgeschlagen und von dem Schul-, Jugend-, Kultur- und Sportausschuss im März 2018 einstimmig beschlossen. Seitdem hat sich viel getan. Die Planungsphase der Finanzierung hat begonnen, Fördermittel wurden beantragt und Experten zur Umsetzung des Skateparks engagiert. Kein Geringerer als der dänische »Rampengott« Rune Glifberg wird das Projekt mit seinem Partner Ebbe Lykke planen und umsetzen. »Dass wir die Jungs, die weltweit Koryphäen auf diesem Gebiet sind, ins Boot holen konnten, ist für uns wie ein Sechser im Lotto!«, zeigt sich Thomas begeistert. Doch auch für das Planungsbüro Glifberg-Lykke ist dieses Projekt durch den Standort in unmittelbarer Nähe zum Strand sowie die enge Verbundenheit zwischen der Sylter Skate- und Surfkultur sehr besonders. Auf Sylt wurde Anfang der 50er-Jahre mit den ersten Wellenreitversuchen Geschichte geschrieben. »Der Insel würde ein Multipark mit großem, überdachtem Skatepark einen hohen Mehrwert bringen. Sicherlich europaweit, wenn nicht sogar weltweit, doch insbesondere lokal. Für die Entwicklung des insularen Tourismus wäre es ein wichtiger Schritt, für unseren Nachwuchs noch wichtiger«, macht Thomas deutlich.

Wie goldrichtig die Insel mit der Entscheidung für den Multipark liegt, haben die bisherigen Brainstorming-Workshops klar zum Ausdruck gebracht. Die Teilnahme war rege, die Räume prall gefüllt. Vom Baby bis zum Senior fanden sich zahlreiche Sylter und Sylterinnen in den Räumen der Alten Post in Westerland ein. »Jetzt träumen wir alle einfach mal drauf los«, lautete die Aufgabenstellung. »Alle lieferten Input, äußerten Wünsche und Anregungen. Auch unser Bürgermeister Nikolas Häckel ließ sich mitreißen«, erinnert sich Gernot gerne. Aus Träumereien sind nun handfeste Pläne entstanden. Das insulare Sportangebot gewinnt mit dem Multipark deutlich an Attraktivität und garantiert den Kindern und Jugendlichen durch die Überdachung auch bei Schlechtwetter großen Spaß fernab von Handy und Spielkonsole. Darum geht es in erster Linie. Um das Miteinander, die sozialen Aspekte, die der Sport verkörpert. Er vereint, wie auch das Wellenreiten, kultur- und generationsübergreifend. Oberflächlichkeit findet keinen Platz, einzig und allein der gute Wille, der eigene Stil und die Kunst an sich sind wichtig. Jeder ist willkommen, alle gleichberechtigt. Ein letzter Beschluss fehlt noch, dieser soll im Sommer erfolgen. Dann kann es losgehen und die Insel ihre lang ersehnte und wohlverdiente Chance nutzen. Endlich.

Unterstützer und Sponsoren gesucht!

Die Planung des Rollsportparks wird durch die Aktivregion Uthlande und das Landesministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung mit Mitteln der EU über das Leader-Programm gefördert. Für die Projektrealisierung wird neben gemeindlichen Eigenmitteln auf weitere Fördermittel und die Unterstützung durch Sponsoren gehofft. Sie möchten das Projekt »Rollsport im Multipark« unterstützen? Der Skateboarding Sylt e.V. freut sich sehr über Spenden, neue Mitglieder und »Quadratmeter-Paten«.

Spendenkonto Skateboarding Sylt e.V. – Sylter Bank – IBAN: DE25 2179 1805 0001 1555 27

>> Weitere Infos unter sylt.de/multipark <<

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