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NATÜRLICH SYLT
Himmlisch

Das Aufspüren und Fotografieren von Nordlichtern ist ein Fall für die Reicherts. Seit Jahren reisen sie ihnen bis in die entlegensten Ecken Europas hinterher. Im März flackerte ihnen das Nordlicht auf Sylt mehr oder weniger zufällig über den Weg. Wie gut, dass sie es sofort fest- bzw. aufnehmen konnten.

Dass diese Sonntagnacht im März noch richtig spannend werden sollte, ahnte im Vorfeld niemand. Auch Familie Reichert hatte es sich nach einem regnerischen Tag in ihrer Ferienwohnung in List vor einem Tatort bequem gemacht. Doch noch bevor der Täter überführt werden konnte, ging bei den Reicherts eine Nordlichtwarnung für Norddeutschland ein. Schnell packten sie ihre Fotoausrüstung zusammen und eilten hoch zum Ellenbogen. »Die Vorhersagen habe ich täglich im Blick. Bei der kleinsten Aussicht auf Nordlicht lasse ich alles stehen und liegen und bin weg«, erzählt Gabi Reichert, die sich noch ganz genau an diese besondere Nacht erinnern kann. »Kaum waren wir am Leuchtturm West angekommen, brach die Wolkendecke auf und wir sahen es in Horizontnähe grünlich leuchten. So einen Dusel hat man nicht oft.«

Ungefähr eine Stunde lang zeigte sich das Nordlicht über Sylt. Faszinierend schön. Und im wahrsten Wortsinn irgendwie nicht von dieser Welt. Nordlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen der Sonnenwinde aus der Magnetosphäre auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen und diese ionisieren. Beim Eintreten in die obere Atmosphärenschicht der Erde werden sie von deren Magnetfeld an Nord- und Südpol geleitet und entladen sich. Die dabei freiwerdende Energie löst die beobachtbare Fluoreszenz aus. Je stärker der Sonnensturm ist, desto weniger lässt er sich allerdings von dem Magnetfeld der Erde beeinflussen und so kommt es alle Jubeljahre auch mal vor, dass man die Lichter sogar bis Rom sehen kann.

Das Phänomen als solches zu verstehen ist schon schwierig genug. Noch schwieriger wird es, es auf Sylt mit eigenen Augen zu sehen. Denn so weit im Süden ist es teilweise mit dem Auge gar nicht sichtbar und oft nur mit der Kamera zu sehen. »Eine Digitalkamera bildet Farben nahe dem Ultraviolett- und dem Infrarotbereich wesentlich intensiver ab, als das menschliche Auge es vermag«, so Gabi. Nordlichter faszinieren die freiberufliche Fotografin und Reisejournalistin bereits seit Jahren. Auf ihren unzähligen gemeinsamen Reisen durch Nordeuropa ist der Nordlicht-Funke dann auch auf ihren Mann und ihre drei Kinder übergesprungen und so verbringt Familie Reichert mittlerweile ganze Winter im hohen Norden. Und der fängt für Reicherts eigentlich erst ab Norwegen an. 

Auf Sylt waren Gabi, Gunter und Tochter Amy eigentlich nur, um mit Dackeldame Grindel ein paar unbeschwerte Tage bei den Wenningstedter Hundstagen zu verbringen. Dass dabei so unglaublich tolle Nordlicht-Fotos entstanden sind, ist zum einen Glück, aber eben auch dem fotografischen Können zu verdanken. Denn leuchtendes Nordlicht über einem leuchtenden Leuchtfeuer zu fotografieren ist äußerst schwierig. »Bei Nachtaufnahmen stellt man den ISO-Wert sehr hoch ein. Für schwaches Nordlicht ideal, für das grelle Licht des Leuchtturms viel zu hell.« Nordlicht ist ein Herbst- und Winterphänomen und kann zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten. Da es sehr leuchtschwach, kann man es nur in dunkler Nacht sehen, bei Tag wird es vom Himmelblau überstrahlt. Es erscheint in verschiedenen Gebilden am Nachthimmel. Mal als wehende Gardine, mal als bewegliche Bänder oder Schwaden, meist in grünlicher Farbe. »Aber immer überirdisch schön.« Nordlicht lässt sich voraussagen. Man muss dazu nur die Sonne im Blicke halten. »Wenn eine Eruption beobachtet wird und sich eine Teilchenwolke zu uns auf den Weg macht, sollte man zwei bis vier Tage später den Himmel im Blick halten. So lange brauchen die Partikel für die 150 Millionen Kilometer, die zwischen Erde und Sonne liegen.« Genug Zeit also, um den nächsten Tatort in Ruhe zu Ende schauen zu können.

DEM NORDLICHT AUF DER SPUR.

Die Reicherts teilen ihre Erlebnisse auf ihrem Reiseblog. Präzise Anleitungen und faszinierende Fotos gibt es darüber hinaus in ihrem Buch »Dein Weg zum Nordlichtfoto«, das als eBook und Hardcover zu bestellen ist.

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