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LIVING HISTORY SYLT – ZEITREISE AUF FRIESISCH

Hier wird nicht der Bock zum Gärtner gemacht sondern der Lehrer zum Freiheitskämpfer - und ein Dorf zur Bühne. Da machen die Geister der Vergangenheit dann ein ganz schönes Theater.

Königstreue Sylter im Wortgefecht mit österreichischen Soldaten und es geht um dänisches Sein oder Nichtsein? Wo unbeteiligt Vorübergehende sich wundern, sind Eingeweihte schon mehr als 150 Jahre unterwegs. Manch Verwunderung bleibt dennoch – über Aberglauben und Ängste, Widerstandsgeist und Schicksalsfügung.

Die Rede ist von der Living History Tour, die ihr Publikum mitnimmt auf eine Reise durch Zeit und Raum. Die räumlichen Distanzen sind zu Fuß leicht zu schaffen, für die zeitlichen Rückblick sorgt ein Team engagierter Sylter, welche die Geschichte und Geschichten ihrer Insel lebendig werden lassen: Als Laiendarsteller werden sie zum Freiheitskämpfer Uwe Jens Lornsen,  zum ersten Arzt der Insel und zur Armenhäuslerin.  Und Keitum wird zur Bühne ihres Spiels – denn das rund 20köpfige Team um die beliebte Sylter Gästeführerin und Autorin Silke von Bremen tritt dort auf, wo sich die dargestellten Szenen vor einigen Jahrhunderten abgespielt haben. Vielleicht nicht wortgenau, aber alle Inszenierungen basieren auf überlieferten Fakten, welche die Initiatorin in jahrelanger Archivarbeit zusammengetragen hat.

„Wir spielen auf kleinen Bühnen an den Originalschauplätzen – dort, wo die Personen auch im wirklichen Leben gelacht,  geliebt und gelitten haben“, erklärt Silke von Bremen das Konzept von Living History Sylt, welches beim Start in 2013 so begeistert aufgenommen wurde, dass es nun in die dritte Runde geht.

Worum geht es bei Living History Sylt?

Geschichten gibt es genug zu erzählen, so dass die Zuschauer auch in diesem Jahr neuen Gesichtern begegnen. Nicht nur in den Rollen der historischen Figuren – auch der Kreis der Darsteller hat Zuwachs bekommen. Dabei entscheidet kein Geburtsrecht, sondern die Leidenschaft für die Insel und ihre Geschichte. Denn mit der Freiheit, sich für eine Heimat zu entscheiden, wächst auch die Verantwortung, zu bewahren, was man liebt. Da geht’s aber nicht ums Konservieren – schon Thomas Morus sah in Traditionen „nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme“. Und diese glühende Begeisterung merkt man den Darsteller an, das macht einen großen Teil der Faszination aus. „Die Geschichte lehrt uns nicht nur vieles über das Leben, das Verhalten und die Sozialordnung unserer Vorfahren, sondern auch über die Psychologie des Menschen, also darüber wie wir Menschen ticken“, erklärt Gert Lampe, der für Living History in die Rolle des 1785 nach Sylt gekommenen Landschaftsarztes Christian Friedrich Buchholz schlüpft. „Sich in unserer heutigen Konsumwelt einmal vorzustellen, was die Menschen in früherer Zeit an Leid, an Schicksalen, an Entbehrungen erleben und auch ertragen mussten, sollte uns öfter wieder bescheidener machen und erden“, meint Hans Freese, der als berühmter Inselchronist CP Hansen beim Gespräch mit seiner Frau im heimischen Garten im Gurtstig belauscht werden kann.

Wann findet es statt und wo gibt's Tickets?

Sie sehen schon: Das Interesse an den Schicksalen der alten Sylter und den Sichtweisen der heutigen Insulaner darf sich kräftig mischen und kann nach der rund zweistündigen Tour bei einem inseltypischen Snack und zum inseltypischen Schnack werden. Und wann startet die Zeitmaschine denn nun? Wenn Sie ganz kurzentschlossen sind, dann ist der 29. Mai der nächste Termin Richtung Vergangenheit. Des Weiteren ist bis September einmal im Monat sonntags der Weg durch die Inselgeschichte geebnet – im kommenden Monat am 12. Juni. Infos und Tickets zu je 30 Euro sichern Sie sich gleich hier. Mit den Einnahmen werden übrigens heimatkundliche Projekte gefördert. Schön, wenn der Kreis sich so schließt.

Wir schließen mal mit dem Statement von Wiebke Stitz, die als Erkels Tochter Gondel im 18. Jahrhundert unterwegs ist:  „Ich lebe hier. Und deshalb geht mich die Geschichte auch etwas an.“

RINGREITEN AB DEM 15. MAI – WAS AM GALGEN HÄNGT WIRD AUFGESPIESST

Im Mai beginnt wieder eine Sylter Tradition, die so skurril wie spektakulär ist: Hoch zu Ross, ausgestattet mit einer Lanze, versuchen die Reiter einen winzigen Messingring aufzuspießen, der an einem Seil zwischen zwei Balken baumelt, dem Galgen. Das ist auf Sylt kein Nischensport: Acht Ringreitervereine mit über 200 Mitgliedern tummeln sich auf der Insel und halten in den Sommermonaten ihre Turniere ab, die in Archsum, Morsum und Keitum daheim sind stets von viel Publikum bestaunt werden. Los geht’s am 15. Mai mit dem Archsumer Ringreiter Verein von 1863 – und das ist noch nicht der älteste Verein hier. Wenn Sie also mal sehr authentischen Inselsport erleben wollen: Hier sind alle Termine der kommenden Saison. Übrigens gilt die strikte Geschlechtertrennung nur für die Reiter – zuschauen können Sie in bunter Familienmischung.

So, 19. Juni (& Mo, 20. Juni)
Morsumer Ringreiter Corps von 1912, Morsum, Wiese hinter dem Muasem Hüs

So, 26. Juni (& Mo, 27. Juni)
Sylter Ringreiter Corps von 1861, Keitum, Wiese am Ortseingang West

So, 03. Juli (& Mo, 04. Juli)
Corps der Amazonen zu Morsum von 1998, Morsum, Wiese hinter dem Muasem Hüs

Sa, 17. Juli - Mo, 19. Juli
Keitumer Ringreiter Verein von 1920, Keitum, Wiese am Ortseingang West

So, 7. August (& Mo, 8. August)
Morsumer Ringreiter Verein von 1884, Morsum, Wiese hinter dem Muasem Hüs

So, 21. August          
Sylter Amazonen Ringreiter Verein von 1982, Morsum, Wiese hinter dem Muasem Hüs

So, 28. August          
Amtsringreiten aller Sylter Vereine, Morsum, Wiese hinter dem Muasem Hüs

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